Anklageschrift gegen Neugeborenen-Bande angenommen
Die Anklageschrift gegen die sogenannte „Neugeborenen-Bande“, die in Istanbul durch die rechtswidrige Verlegung von Säuglingen in vertraglich gebundene Krankenhäuser unrechtmäßige Gewinne erzielte und den Tod von Babys verursachte, wurde vom Gericht angenommen.
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Die Anklageschrift gegen die Bande, die in Istanbul durch die Verlegung von Säuglingen in vertraglich gebundene Krankenhäuser unrechtmäßige Gewinne erzielte und durch fahrlässiges Handeln vorsätzlich deren Tod verursachte, wurde vom Gericht angenommen.
WAS IST DIE NEUGEBORENEN-BANDE?
Die kriminelle Organisation, die Neugeborenen-Intensivstationen in Istanbul in gewinnorientierte Unternehmen verwandelte, wurde erstmals durch eine anonyme Anzeige entdeckt, die am 27. März 2023 beim Kommunikationszentrum der Präsidentschaft (CİMER) einging.
Im Rahmen der Ermittlungen, die von der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität in Istanbul durchgeführt wurden, kam ans Licht, dass die Neugeborenen-Intensivstationen privater Krankenhäuser in Istanbul unrechtmäßig betrieben wurden und durch Bestechung sowie Urkundenfälschung unrechtmäßige Zahlungen von der Sozialversicherungsanstalt (SGK) erwirtschaftet wurden.
In dem von der Istanbuler Polizeidirektion erstellten Ermittlungsbericht wird die Organisation in fünf verschiedenen Kategorien beschuldigt:
Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Begehung von Straftaten, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Aktivitäten im Namen der Vereinigung.
Vorsätzliche Tötung durch Unterlassen (in Bezug auf die Todesfälle der Säuglinge)
Qualifizierter Betrug (unrechtmäßige Zahlungen über die SGK)
Urkundenfälschung
Bestechung
Darüber hinaus wurde im Rahmen einer separaten Untersuchung gegen Personen, die den Staatsanwalt Y.E. in seinem Büro in Büyükçekmece bedroht und ihn sowie seine Familie mit einem Attentat eingeschüchtert hatten, bekannt, dass die Gendarmerie von acht festgenommenen Personen fünf in Untersuchungshaft genommen hat, während gegen die anderen drei gerichtliche Auflagen verhängt wurden.
8000 TL PRO TAG
Das Gesundheitsministerium und die SGK zahlen im Rahmen ihrer Verträge mit zahlreichen Privatkliniken einen Tagessatz von 8000 TL für die Behandlung auf Neugeborenen-Intensivstationen, um die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen nach der Geburt zu senken.
Es stellte sich heraus, dass die Organisation 19 Privatkliniken und zahlreiche Mitarbeiter des „112-Notdienstes“ organisierte, um durch „Scheinbehandlungen“ im Rahmen der staatlich finanzierten „Intensivpflege“ Gewinne zu erzielen.
Im Polizeibericht wird dargelegt, dass der Gesundheitszustand der Neugeborenen absichtlich als kritisch dargestellt wurde, um sie länger auf der Intensivstation zu halten und so hohe Zahlungen von der SGK zu erschleichen.