Anwalt erklärt: Kritisches Datum für Demirtaş' Freilassung rückt näher
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zur Verletzung der Rechte von Selahattin Demirtaş gilt der 8. Oktober 2025 als wichtige Schwelle für den Freilassungsprozess.
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Der EGMR hatte am 8. Juli 2025 ein neues Urteil zur Rechtsverletzung im Fall Selahattin Demirtaş gefällt. Demirtaş, der seit 2016 inhaftiert ist, wurde im Kobani-Prozess zu 42 Jahren Haft verurteilt. Nach diesem Urteil argumentierten seine Anwälte, dass die Verurteilungen ihre Gültigkeit verloren hätten.
Die DEM-Partei stellte am 11. Juli beim 22. Schwurgericht in Ankara einen Antrag auf Freilassung für Demirtaş und andere Kobani-Häftlinge, doch dieser Antrag wurde am 18. Juli abgelehnt. Das Gericht begründete dies damit, dass das EGMR-Urteil noch nicht rechtskräftig sei und Demirtaş aufgrund seiner Verurteilung in Haft bleibe.
Rechtsanwalt Mahsuni Karaman erklärte über die Social-Media-Plattform X, dass die Regierung innerhalb von drei Monaten gegen das EGMR-Urteil Berufung einlegen könne und diese Frist am 8. Oktober 2025 ende. Karaman betonte, dass dieses Datum darüber entscheiden werde, ob das Urteil rechtskräftig wird und ob Demirtaş freigelassen wird.
Karaman erinnerte daran, dass der EGMR bereits zuvor drei separate Urteile zu Rechtsverletzungen im Fall Demirtaş gefällt hatte, und wies auf die Forderungen des Ministerkomitees des Europarates zur Freilassung von Demirtaş hin. Berufungen gegen EGMR-Urteile werden zunächst von einem fünfköpfigen Gremium geprüft; stuft das Gremium die Berufung als schwerwiegend ein, wird der Fall an die Große Kammer verwiesen.
Karaman erklärte, dass das Urteil zu Demirtaş auch für andere Politiker gelte, die im Kobani-Prozess verurteilt wurden. Er sagte, dass die Kobani-Akte zum 24. September an die 22. Strafkammer des Regionalgerichts Ankara gesendet wurde und das Berufungsverfahren zügig durchgeführt werden müsse. Er fügte hinzu, dass ein Verzicht der Regierung auf eine Berufung gegen das EGMR-Urteil ein wichtiger Schritt für die Glaubwürdigkeit des Friedensprozesses wäre.