Asbest-Krise weitet sich aus: Kampf in Aliağa geht weiter
Die Bürger von Izmir verstärken ihren Widerstand gegen die Verschrottung von 'Gift-Schiffen'. In den kommenden Tagen werden die Bürger eine Kampagne gegen die Schiffsverschrottung starten.
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Der Protest gegen das asbest- und chemikalienbelastete Schiff, das zur Verschrottung nach Aliağa in Izmir gekommen ist, hält an. Die Verschrottung der Raymond Croze, ein Schiff der französischen Firma 'Orange', das am 27. Dezember in den Bezirk gebracht wurde, soll in der Anlage von Anadolu Gemi Söküm (AGS) erfolgen. Nach den Protesten gegen das Schiff haben die Bürger beschlossen, ihren Widerstand auszuweiten.
Laut einem Bericht von Aycan Karadağ von BirGün; wird eine Kampagne gestartet, um sicherzustellen, dass die in den Bezirk kommenden Schiffe von externen Prüfern kontrolliert werden und die Verschrottung nicht mit umwelt- und arbeitergefährdenden Methoden, sondern in geschlossenen Becken durch geschultes Personal erfolgt. Es wurde bekannt, dass die Aliağa-Umweltplattform die Details der Kampagne in den kommenden Tagen bekannt geben wird. Die durch die Schiffsverschrottung verursachte Umweltverschmutzung und die Risiken für die Gesundheit der Arbeiter nehmen jedes Jahr weiter zu.
Der Bezirk Aliağa in Izmir ist das einzige organisierte Zentrum für Schiffsverschrottung in der Türkei und Europa. Nach Bangladesch, Indien und Pakistan ist Aliağa der Standort mit der höchsten Verarbeitung von Stahlschrott.
SPITZENREITER BEI ARBEITSUNFÄLLEN MIT TÖDLICHEM AUSGANG
In dem Bezirk werden auf einer Fläche von 403.710 Quadratmetern durch 22 Unternehmen in Schiffsverschrottungsanlagen jährlich 1 Million 450 Tausend Tonnen Schrott gewonnen. Laut Daten der Sektoranalyse für Schiffsrecycling in Aliağa, Izmir, wurden zwischen 2008 und 2020 insgesamt 2054 Schiffe verschrottet. Diese Schiffe enthalten viele gefährliche chemische Substanzen, allen voran Asbest. Andererseits ist auch die Zahl der Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang in diesen Schiffsverschrottungsanlagen hoch. Nach Daten der Versammlung für Arbeitnehmergesundheit und Arbeitssicherheit (İSİG) wurde registriert, dass von den 97 Arbeitern, die zwischen 2013 und 2022 in Aliağa ihr Leben verloren, 27 im Bereich Schifffahrt, See- und Hafenwesen tätig waren.