Auch Hilal Kaplan mischt sich in den Streit in den AKP-nahen Medien ein! Sie antwortete Hande Fırat...

Hilal Kaplan hat sich in die Debatte eingeschaltet, die von Hande Fırat und Ahmet Hakan in den regierungsnahen Medien angestoßen wurde und in deren Verlauf Cem Küçük scharfe Kritik an Hande Fırat, Hürriyet und CNN Türk geübt hatte.

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Die Debatte, die die regierungsnahe Hürriyet-Kolumnistin Hande Fırat mit ihren Äußerungen über AKP-Politiker, sie würden „nicht in Fernsehsendungen auftreten oder nicht eingeladen werden“, ausgelöst hat, weitet sich aus. Nach dem für seine Regierungsnähe bekannten Cem Küçük hat sich nun auch die Sabah-Kolumnistin Hilal Kaplan in die Polemik eingeschaltet.

Kaplan reagierte auf Fırats in der Öffentlichkeit viel beachteten Artikel mit dem Titel „Jetzt ist es an der Zeit, die Nadel anzusetzen“ mit einem eigenen Beitrag unter der Überschrift „Setzen wir die Nadel an“.

Cem Küçük hatte zuvor in seiner Kolumne in der Zeitung Türkiye scharfe Kritik an Hande Fırat geübt. In seinem Artikel schrieb Küçük: „Hande Fırat versucht, jedem eine Lektion in Sachen Journalismus zu erteilen! Ich behaupte, dass sie diese beiden Artikel nicht selbst geschrieben hat. Sie hat ohnehin nicht die Kapazität dazu. Wie soll jemand, der keine Fremdsprachen beherrscht, Beispiele aus den USA anführen?“

Der Artikel von Hilal Kaplan lautet wie folgt:

„Wenn Sie in diesem Land ein Kommentator sind, der die AK-Partei offen unterstützt, werden Sie von den AKP-Anhängern – mit wenigen Ausnahmen – als ‚Dorfdepp‘ und von den Oppositionellen als ‚Boxsack‘ betrachtet, an dem sie ihren Frust auslassen können. Wenn Sie jedoch ein Journalist aus dem säkularen Lager sind, der ‚allen Seiten nahesteht‘, kann es beispielsweise vorkommen, dass fast das gesamte Kabinett nacheinander Ihre Ausstellung besucht. Oder sie stehen Ihnen in schwierigen Zeiten über soziale Medien bei, fungieren als Trauzeugen bei Ihrer Hochzeit, beten bei Ihrer Beerdigung oder erweisen sich in vielen Ihrer Nöte als Problemlöser.

Andererseits kann man sich bei diesen jüngsten Diskussionen nicht des Eindrucks erwehren, ob die AKP-Politiker nicht auch das Bedürfnis verspüren, die Nadel bei sich selbst anzusetzen. Es gibt einen bedeutenden Teil, der sich bei den meisten kritischen Themen nicht nur weigert, im Fernsehen aufzutreten, sondern sogar davor zurückschreckt, Beiträge in sozialen Medien zu teilen. Das ist ohnehin der Grund, warum politische Kommentatoren so sehr gedeihen – es ist diese Abwesenheit.

Kurzum: Wenn die Nadel angesetzt werden soll, dann bitte an der Stelle, an der es wirklich wehtut. Die politische Medienlandschaft im Westen wie ein steriles Schaufenster zu präsentieren und die Machtverhältnisse in der Türkei anhand dieses Schaufensters zu beurteilen, ist eine Form der Bequemlichkeit.

Das eigentliche Thema ist: Wer spricht unter welchen Opfern, und wer kann sich im Komfort der ‚Neutralität‘ jede Tür problemlos öffnen?

Wenn wir über die Beziehung zwischen Medien und Politik diskutieren wollen, sollten wir nicht bei der Offenheit ideologischer Positionen anfangen, sondern damit, wer in diesem Land unantastbar ist und wer als entbehrlich gilt. Andernfalls geht jede Selbstkritik nicht über eine bloße Schönfärberei hinaus, anstatt die Wahrheit aufzudecken.“