Auch in diesem Land wird der Stierkampf verboten
In Kolumbien wurde ein Gesetzentwurf, der das Verbot des umstrittenen Stierkampfs vorsieht, vom Kongress mit Mehrheit angenommen.
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Da im Land zehntausende Menschen ihren Lebensunterhalt mit Stierkämpfen bestreiten, löste der Entwurf hitzige Debatten aus.
Der Gesetzentwurf, der das Verbot des Stierkampfs, die Vermittlung der Stiere an neue Besitzer sowie die Umnutzung von Stierkampfarenen zu Freizeit-, Sport- und Kulturstätten vorsieht, wurde mit 93 zu 2 Stimmen verabschiedet.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro erklärte auf der Social-Media-Plattform X: "Glückwunsch an alle, die dafür gesorgt haben, dass der Tod nicht mehr als Spektakel dient. Wer Freude am Sterben von Tieren hat, wird letztlich auch Freude am Sterben von Menschen haben. Genauso wie diejenigen, die Bücher verbrennen, am Ende auch Menschen verbrennen werden."
Nach der Unterzeichnung durch Petro wird das Gesetz im Jahr 2027 in Kraft treten.
DER KAMPF DAUERTE 7 JAHRE AN
Der Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Juan Carlos Losada, der den Entwurf unterstützte, sagte: "Wir haben es geschafft. Nach unserem mehr als siebenjährigen Kampf für das Verbot des Stierkampfs können wir den tausenden Bürgern, die das Leben lieben, verkünden, dass Kolumbien sich davon befreit hat, Tierquälerei als Kultur darzustellen."
Andererseits hinterfragen Kritiker, woher die notwendigen Mittel für die Umgestaltung der Arenen in allen Städten des Landes kommen sollen.
Eine kleine Gruppe, die sich vor dem Kongress versammelte, unterstützte den Gesetzentwurf mit Plakaten, während die Annahme des Vorschlags im Kongress mit großer Freude aufgenommen wurde.
KOLUMBIEN UND DER STIERKAMPF
Das Ende des Stierkampfs bedeutet gleichzeitig das Ende tief verwurzelter Traditionen, die sich in einigen Regionen des Landes um dieses Spektakel herum gebildet haben.
Es wird gefordert, dass die Regierung Arbeitsplätze für diejenigen schafft, deren Einkommen direkt oder indirekt vom Stierkampf abhängt.
Während Stierkämpfe in Ecuador, Frankreich, Mexiko, Peru, Portugal, Spanien und Venezuela weiterhin stattfinden, wurden sie in anderen Ländern der Region wie Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay und Guatemala bereits verboten.