Aussage der Mutter zum Schulmassaker in Kahramanmaraş veröffentlicht: Wo waren die Waffen?
Am 15. April kam es an der Ayser-Çalık-Mittelschule im Bezirk Onikişubat in Kahramanmaraş zu einem bewaffneten Angriff. Dabei kamen 9 Menschen, darunter 8 Schüler und 1 Lehrer, ums Leben; der 14-jährige Angreifer İsa Aras Mersinli starb ebenfalls. Die Aussage von Pınar Peyman Mersinli, der Mutter des Angreifers, die wegen des Vorwurfs der 'fahrlässigen Tötung' verhaftet und in ein Gefängnis überstellt wurde, ist nun bekannt geworden.
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Pınar Peyman Mersinli erklärte in ihrer Aussage: "Vor allem bin ich neben meiner Rolle als Mutter auch Pädagogin. Ich bin sehr traurig über das Geschehene. Die Berichte der psychiatrischen Klinik über den Behandlungsprozess meines Sohnes sind korrekt. Dies ist ein Beweis dafür, wie verantwortungsbewusst wir ihm gegenüber gehandelt haben."
Mutter Mersinli wies die Vorwürfe zurück, sie habe die Behandlung ihres Sohnes abgelehnt und die Empfehlungen von Psychologen und Beratungslehrern trotz des medizinischen Unterstützungsbedarfs ignoriert.
"HAT MIT DER TÄTIGKEIT MEINES EHEMANNES ALS POLIZEIPRÄSIDENT ZU TUN"
Laut einem Bericht von Özgür Cebe für Nefes äußerte sich die Mutter zu den im Haus aufbewahrten Waffen wie folgt: "Dass sich mehr als eine Waffe im Haus befand, hat ausschließlich damit zu tun, dass mein Ehemann Polizeipräsident ist. Diese Waffen waren jedoch keinesfalls offen zugänglich, sodass mein Sohn sie leicht hätte erreichen können. Sie wurden in einem Waffenschrank aufbewahrt. Er konnte sie nur unter der Aufsicht seines Vaters betrachten und ging mit ihm zum Schießtraining."
WAS HATTE DIE GENERALSTAATSANWALTSCHAFT GESAGT?
In einer Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş zur Verhaftung von Peyman Pınar Mersinli wurde darauf hingewiesen, dass die Mutter die Diagnosen und Empfehlungen von Kinderpsychiatern, die den Angreifer zu verschiedenen Zeitpunkten vor dem Vorfall in Polikliniken untersucht hatten, nicht berücksichtigt habe:
"Alle Informationen und Dokumente zur Feststellung der gesundheitlichen Probleme des Täters İsa Aras Mersinli wurden bei den zuständigen Gesundheitseinrichtungen eingeholt.
Nach Prüfung dieser Unterlagen wurde festgestellt, dass, obwohl zwei Psychologen in zwei verschiedenen offiziellen und privaten Einrichtungen bereits vor dem Vorfall diagnostiziert und empfohlen hatten, dass İsa Aras Mersinli in einer kinderpsychiatrischen Poliklinik behandelt werden müsse, die Mutter P.P.M. die ärztlichen Empfehlungen ignorierte, keine psychiatrische Behandlung in Anspruch nahm und somit ihre Verantwortung bei der Behandlung der psychischen Erkrankungen, die als Ursache für die Tötungs- und Verletzungshandlungen des Täters angesehen werden, vernachlässigte.
In diesem Sinne wurde die Verdächtige P.P.M. von unserer Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş unter Berücksichtigung ihrer fahrlässigen Handlung im konkreten Fall und der Schwere der daraus resultierenden Folgen dem zuständigen Haftrichter mit dem Antrag auf Verhaftung vorgeführt.
Nach der Anhörung durch den zuständigen Haftrichter in Kahramanmaraş wurde die Verhaftung von P.P.M. angeordnet und die Überstellung der Verdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt veranlasst."