Autopsie-Aufnahmen von Münevver Karabuluts Mörder Cem Garipoğlu aufgetaucht

Die Forderung nach einer Exhumierung des Grabes von Cem Garipoğlu, dem Mörder von Münevver Karabulut, bleibt ein ständiges Thema in der Türkei. Zuletzt wurde im Rahmen einer auf Antrag eingeleiteten Untersuchung ein Sachverständigengutachten unter Verwendung von Fotos und Videoaufnahmen von Garipoğlu erstellt.

12punto

Der brutale Mord an der 17-jährigen Gymnasiastin Münevver Karabulut durch ihren Freund Cem Garipoğlu am 3. März 2009 in Istanbul-Bahçeşehir hatte die Türkei erschüttert.

Garipoğlu, der zu 24 Jahren Haft verurteilt worden war, beging 2014 in seiner Einzelzelle im Gefängnis Silivri Suizid. Die Behauptungen, dass es sich bei der verstorbenen Person nicht um Cem Garipoğlu handele, rissen jedoch über Jahre hinweg nicht ab.

Die Familie Karabulut forderte die Öffnung des Grabes von Cem Garipoğlu (Exhumierung), um die Diskussionen zu beenden. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Justizministerium lehnten diesen Antrag jedoch ab. Zuletzt wandte sich auch Hayyam Garipoğlu, der Vater von Cem Garipoğlu, an die Staatsanwaltschaft mit der Bitte, das Grab zu öffnen, damit die Öffentlichkeit diese Debatte endlich abschließen könne.

VIDEO- UND FOTOAUFNAHMEN ANGEFORDERT

Die für die Ermittlungen zuständige Generalstaatsanwaltschaft Silivri forderte vom Institut für Rechtsmedizin (Adli Tıp Kurumu) die Fotos und Videos an, die während der Autopsie von Cem Garipoğlu aufgenommen wurden. Die bei der Staatsanwaltschaft eingegangenen Autopsie-Videos und -Fotos wurden einem Sachverständigen zur Prüfung übergeben.

Der Sachverständige untersuchte die Videoaufzeichnungen und Fotos des am 12. November 2014 durchgeführten Autopsieverfahrens. Nach Abschluss der Untersuchung erstellte der Sachverständige ein Protokoll der Fotos und Videos, verfasste seinen Bericht und legte diesen der Ermittlungsakte bei. Eine Kopie des Sachverständigengutachtens wurde auch der Familie Karabulut ausgehändigt.

GESICHT IST ZU SEHEN!

Wie Mustafa Sait Özkan von der Zeitung Sabah berichtet; wurden die Autopsie-Aufnahmen von Garipoğlu zugänglich gemacht. Während auf den Bildern das Gesicht von Garipoğlu deutlich zu erkennen ist, fielen auch die blauen Flecken an den Fingern der rechten und linken Hand auf.

Die Familie Karabulut erneuerte über ihren Anwalt Dr. Rezan Epözdemir ihre Forderung nach einer Exhumierung des Grabes von Garipoğlu.

Sollte sich herausstellen, dass der Leichnam im Grab nicht Garipoğlu gehört, wurde die Einleitung eines öffentlichen Strafverfahrens gegen die Beamten der Strafverfolgungsbehörden, die die Autopsie durchführten, die Mordermittlungen leiteten sowie gegen die Justizbeamten, die am Prozess beteiligt waren, beantragt.

In dem an die Staatsanwaltschaft gesandten Antrag wurden auch die Mängel bei den unmittelbar nach dem Mord durchgeführten Ermittlungen einzeln aufgelistet. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft über die Öffnung des Grabes wird die Angelegenheit klären.