Bankkonten in Gefahr: Eine Verbrechenskette, die mit einer IBAN beginnt

Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara hat die Öffentlichkeit vor zunehmenden Cyberangriffen und Betrugsfällen gewarnt. In der Erklärung wurde betont, dass insbesondere junge Menschen durch die Überlassung ihrer Bankkonten, elektronischen Zahlungskonten und GSM-Anschlüsse an Dritte unwissentlich in schwerwiegende strafrechtliche Ermittlungen verwickelt werden.

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Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara hat eine schriftliche Erklärung zu den in letzter Zeit zunehmenden Cyberkriminalitäts- und Betrugsaktivitäten veröffentlicht und die Bürger gewarnt. In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass insbesondere junge Menschen durch das Versprechen finanzieller Gewinne dazu verleitet werden, ihre Bankkonten, Konten bei elektronischen Zahlungsdienstleistern, Krypto-Vermögenskonten und GSM-Anschlüsse für die Nutzung durch Dritte freizugeben, was schwerwiegende strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht.

DIE HÄUFIGSTEN ARTEN VON CYBERKRIMINALITÄT IM ÜBERBLICK

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft wurden die in der Türkei und weltweit am häufigsten vorkommenden Arten von Cyberkriminalität aufgelistet. Demnach gehören Phishing, gefälschte Websites, Social-Engineering-Methoden, Ransomware, Kreditkarten- und Bankbetrug, Datenschutzverletzungen, Schadsoftware, Kryptowährungsbetrug, Kontoübernahmen, Industriespionage, Cyberkriminalität gegen Kinder, Rufmord, Erpressung und Desinformation zu den häufigsten Straftatbeständen.

Es wurde darauf hingewiesen, dass Betrüger gefälschte E-Mails, SMS, Telefonanrufe und zunehmend auch Deepfake-Technologien nutzen, um ihre Opfer zu erreichen.

JUGENDLICHE WERDEN MIT FINANZIELLEN VERSPRECHUNGEN GELOCKT

In der Erklärung wurde dargelegt, dass insbesondere junge Menschen mit Versprechungen wie „leichtes Geld“, „kurzfristige Nutzung“ oder „legale Transaktion“ überzeugt werden, ihre Konten zur Verfügung zu stellen, wodurch sie oft unwissentlich in schwere Strafverfahren verwickelt werden. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Überlassung von Bankkonten, Konten bei elektronischen Zahlungsdienstleistern und Krypto-Vermögenskonten an Dritte eine Straftat darstellt.

Die Staatsanwaltschaft teilte zudem die Formulierungen mit der Öffentlichkeit, auf die Betrugsnetzwerke bei der Beschaffung von Konten häufig zurückgreifen. In der Erklärung wurde festgehalten, dass Personen mit Aussagen wie „mein Konto ist gesperrt“, „es wird nur für 1-2 Tage genutzt“, „das Konto gehört dir, aber ich trage die Verantwortung“, „meine Arbeit ist legal“ oder „bisher wurde niemand erwischt“ zur Kooperation überredet werden sollen.

Es wurde darauf hingewiesen, dass auch die Weitergabe von IBAN-Daten, die Aushändigung der Bankkarte oder die Überlassung von Mobile-Banking-Zugangsdaten unter Strafe steht.

BETRUGSMETHODEN ÜBER FREMDE KONTEN

Der Erklärung zufolge wurden über diese beschafften Konten zahlreiche Straftaten begangen. Dazu gehören der Verkauf gefälschter Produkte im Internet, Krypto- und Anlagebetrug, „Notfallgeld“- und „Sie haben gewonnen“-Szenarien über soziale Medien und WhatsApp, illegale Wetten und Geldwäscheaktivitäten, gefälschte Stellenanzeigen und Angebote für Heimarbeit, Betrugsmaschen unter dem Deckmantel zinsloser Kredite oder Ehekredite sowie Erpressung.

Besonders bei gefälschten Anlageanzeigen wurde darauf hingewiesen, dass intensiv Deepfake-Videos eingesetzt werden, die den Anschein erwecken, von bekannten Persönlichkeiten oder großen Unternehmen zu stammen.

DER KONTINHABER WIRD ZUM ERSTEN VERDÄCHTIGEN

Die Staatsanwaltschaft betonte, dass bei Betrugsfällen das Geld der Opfer meist auf das Konto der Person eingezahlt wird, die ihr Konto zur Verfügung gestellt hat, weshalb bei den eingegangenen Anzeigen der Kontoinhaber direkt als erster Verdächtiger geführt wird. Diese Personen werden in den Ermittlungen als „Finanzagenten“ (Money Mules) bezeichnet und sehen sich mit den schwerwiegendsten rechtlichen Konsequenzen konfrontiert.

In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass Personen, die ihre Konten für Straftaten zur Verfügung gestellt haben, ihre Bankkonten und GSM-Anschlüsse umgehend wieder unter ihre eigene Kontrolle bringen, den Schriftverkehr und Screenshots der Kommunikation mit den Betrügern sichern, ihre Familien informieren und unverzüglich Anzeige bei den Justizbehörden erstatten sollten.