Bau von Moschee und Parkhaus am Kadıköy-Kai hat begonnen
Die Arbeiten für den Bau einer Moschee und eines unterirdischen Parkhauses am Kai von Kadıköy, einem der wichtigsten Erdbeben-Sammelplätze des Bezirks, wurden über Nacht begonnen, noch bevor das Gerichtsverfahren abgeschlossen ist. Dies löste in der Region Empörung aus.
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Während die gerichtliche Prüfung des Projekts für eine Moschee und ein unterirdisches Parkhaus am Kadıköy-Kai noch läuft, wurde in der Nacht mit Baumaschinen mit den Aushubarbeiten und der Einrichtung der Baustelle begonnen. Diese Aktivität auf einer der wenigen verbliebenen öffentlichen Flächen auf der anatolischen Seite Istanbuls stieß sowohl bei Anwohnern als auch bei Berufsverbänden auf scharfe Kritik.
Ein Anwohner äußerte sich wie folgt: „Am Kai gibt es bereits zahlreiche historische Moscheen, die nicht einmal voll ausgelastet sind. Wir akzeptieren nicht, dass unser einziger Erdbeben-Sammelplatz einem solchen Projekt geopfert wird. Das ist kein Projekt für die Öffentlichkeit, hier steht Profitgier im Vordergrund.“ Ein anderer Kadıköy-Bewohner fügte hinzu: „Wenn die neue Moschee eröffnet wird, mag das Interesse anfangs groß sein, aber danach wird sie vielleicht niemand mehr besuchen.“
NÄCHTLICHE AKTION LÖST DEBATTE AUS
Die riesige Moschee und das unterirdische Parkhaus, die am Küstenabschnitt von Kadıköy realisiert werden sollen, sind auf einer Aufschüttungsfläche geplant. Obwohl die Klagen gegen das Projekt noch nicht abgeschlossen sind, sorgten die mitten in der Nacht begonnenen Vorbereitungen für Diskussionen. Der mit Sicherheitsbarrieren abgesperrte Kai füllte sich in kurzer Zeit mit Baumaschinen und Fertigbauten.
Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, hatte die Istanbuler Niederlassung der Architektenkammer TMMOB das Projekt letzte Woche vor Gericht gebracht und einen Eilantrag auf Aussetzung der Vollziehung gestellt. In der Klageschrift wurde argumentiert, dass die Genehmigung des zuständigen Denkmalschutzgremiums nicht mit den Prinzipien der Stadtplanung und des Denkmalschutzes vereinbar sei und die natürliche sowie historische Struktur der Region gefährdet werde. Zudem wurde betont, dass frühere Gutachten im laufenden Verfahren nicht berücksichtigt worden seien.
In einer Stellungnahme von Architekten unter dem Titel „Kein Bedarf an einer Moschee, nur Profit und Beton“ hieß es: „Der Bedarf an Gebetsstätten in Kadıköy wird durch die bestehenden historischen Moscheen gedeckt. Es ist offensichtlich, dass eine neue Moschee nicht notwendig ist. Zudem wird die zusätzliche Belastung durch das Parkhaus und weitere Bauten die Verkehrs- und Mobilitätsprobleme verschärfen.“ Es wurde auch vor den möglichen negativen Auswirkungen des geplanten großen Stahlbetonbaus auf dem aufgeschütteten Boden auf die Stabilität und die Umgebungssicherheit gewarnt.
Sollte das Projekt in der Region abgeschlossen werden, geht nicht nur ein öffentlicher Platz verloren; das riesige Bauwerk, das sogar die Höhe des Bahnhofs Haydarpaşa überragen wird, wird auch das Stadtbild dauerhaft verändern. Experten betonen, dass eine solche Umgestaltung, die das Gedächtnis der Stadt prägen wird, eine irreversible Zerstörung zur Folge haben wird.