Brannten deshalb 3.000 Hektar in Bergama? Krise bei Löschhubschraubern aufgedeckt
Şükrü Durmuş, Vorsitzender der Gewerkschaft Tarım Orman İş, äußerte sich gegenüber 12punto kritisch zu den Problemen während der Waldbrände. Durmuş wies auf eine Treibstoffkrise für Luftfahrzeuge hin und kritisierte insbesondere die Generaldirektion für Forstwirtschaft (OGM) sowie Probleme, die von den beauftragten Unternehmen ausgehen.
Burak Demirbaş
Burak DEMİRBAŞ-12punto.com.tr /EXKLUSIV
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Tarım Orman İş, Şükrü Durmuş, wies darauf hin, dass es bei den Waldbränden in İzmir, Muğla, Antalya, Adana, Balıkesir, Hatay und vielen anderen Teilen des Landes zu Verzögerungen kam, da die Zahlungen für die gemieteten Luftfahrzeuge und den für diese Fahrzeuge benötigten Treibstoff nicht geleistet wurden.
Durmuş machte gegenüber 12punto aufsehenerregende Aussagen:
'WÄREN SIE RECHTZEITIG ABGEFLOGEN, WÄRE IN BERGAMA NICHT SO VIEL FLÄCHE VERBRANNT'
"Als die Generaldirektion für Forstwirtschaft vor drei Jahren die Ausschreibung für Luftfahrzeuge startete, verpflichtete sich ein Unternehmen namens MGI (MGI Defence Uluslararası Tic. Ve Ltd. Şti) zur Bereitstellung von 55 Luftfahrzeugen und erhielt den Zuschlag. Doch insbesondere in diesem Jahr, wie auch schon im letzten Jahr, verfügten sie statt der erforderlichen 40 Prozent an Luftfahrzeugen im Bestand nur über zwei bis drei oder gar keine. Sie mieten Hubschrauber aus Russland, der Ukraine und Spanien und beginnen mit der Arbeit. Innerhalb der Frist zahlen sie diese Unternehmen jedoch nicht aus. Seit etwa einem Monat heben die Hubschrauber in Bergama und Balıkesir nicht ab.
Das Unternehmen kann die zugesagten Fahrzeuge dieses Jahr nicht bereitstellen, da die Zahlungen aus dem letzten Jahr nicht geleistet wurden. Das Problem liegt hier bei der OGM. Bei den Bränden in Bergama vor zwei Wochen sind die Luftfahrzeuge nicht gestartet. Sie sagen: 'Sie haben mich nicht bezahlt, also fliege ich nicht.' Dabei wären bei einem rechtzeitigen Abflug nicht so viele Flächen (3.000 Hektar) in Bergama verbrannt."
'TANKWAGEN WERDEN NICHT BEZAHLT'
Durmuş erklärte, dass während des Brandes in Bergama vier Hubschrauber auf dem Flughafen Koca Seyit in Edremit landeten und einen Tag lang keinen Treibstoff erhalten konnten, weil die Zahlungen ausblieben. Er sagte: "Zum heutigen Stand erklären 55 Tankwagen in der Türkei seit gestern Abend, dass sie keine Transportarbeiten mehr durchführen werden, da sie seit etwa 45 Tagen keinen einzigen Cent erhalten haben."
'ZAHLUNG VON 900 MILLIONEN LIRA WIRD ERWARTET'
Durmuş fuhr fort:
"Bis heute Mittag konnte in keinen Teil der Türkei Treibstoff transportiert werden. Das Ministerium hat eingegriffen und Zusagen für morgen gemacht; das Unternehmen hat sich verpflichtet, den Transport bis morgen fortzusetzen. Es heißt, dass eine Zahlung von etwa 900 Millionen Lira aussteht.
Während die OGM diese Arbeit direkt mit den Lieferfirmen oder den Hubschrauberbesitzern hätte abwickeln müssen, arbeitet sie mit dem Vermittler MGI zusammen, den wir als 'Taschenträger' bezeichnen. Nach dem Gesetz über das öffentliche Auftragswesen muss ein Unternehmen 40 Prozent der Fahrzeuge, die es anbietet, besitzen, um an einer Ausschreibung teilnehmen zu können; das ist hier nicht der Fall. Sie gewinnen die Ausschreibung mit einem Niedrigpreis ohne einen einzigen Cent Kapital.
Das Alter der Hubschrauber und ähnliche Details sind im Vertrag festgelegt, doch trotz der Zusagen werden diese Kriterien nicht eingehalten, die Hubschrauber starten nicht rechtzeitig und es erfolgt kein ausreichender Einsatz. Während die Generaldirektion bis vor drei Jahren direkte Verträge mit den betreffenden Firmen abschloss, tut sie dies jetzt mit regierungsnahen Unternehmen."
STRAFANZEIGE GEGEN DEN GENERALDIREKTOR FÜR FORSTWIRTSCHAFT
Durmuş gab an, dass sie vor zwei Wochen Strafanzeige gegen den Generaldirektor für Forstwirtschaft (Bekir Karacabey) erstattet hätten, der die Hauptverantwortung für die Brände und die nicht ergriffenen Maßnahmen trage.
MINISTERIUM HAT EINGEGRIFFEN
Durmuş wies darauf hin, dass selbst die Hubschrauberpiloten ihre Gehälter nicht erhalten hätten, und schloss seine Worte zur Zahlungskrise wie folgt:
"Heute hat sich jemand aus dem Ministerium eingeschaltet und eine Zusage bis morgen gegeben. Denn in der Region İzmir brennt es. Er sagte, dass der Transport für heute zugesagt wurde, aber wenn morgen keine Zahlung erfolgt, werde man die Arbeit komplett einstellen."
'AUSREISE INS AUSLAND WIRD NICHT GESTATTET'
12punto erreichte zudem ein Schreiben mit der Unterschrift von Mahmut Okudan, Leiter der Luftfahrtabteilung der Generaldirektion für Forstwirtschaft im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, in dem es heißt, dass die "Unterstützung durch Luftfahrzeuge für den verbleibenden Teil der Brandsaison 2024 fortgesetzt werden soll".
In dem Schreiben heißt es: "Bezüglich der Ausreise der Hubschrauber Ihrer Unternehmen, die sich vertragswidrig verhalten haben, wurde unser Schreiben an die zuständigen Behörden unseres Landes übermittelt; ohne die Genehmigung unserer Generaldirektion wird die Ausreise ins Ausland nicht gestattet."
Hier ist das Dokument: