Bericht der Ärztekammer: Keine Verbrennungsstation in der Stadt

Die Ärztekammer von Mardin erklärte in ihrem vorläufigen Untersuchungsbericht zu dem Brand, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, dass es in den Krankenhäusern der Stadt keine Verbrennungsstation gibt.

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Die Ärztekammer von Mardin hat ihren vorläufigen Untersuchungsbericht zu dem Brand veröffentlicht, der am 20. Juni in den Dörfern zwischen Mazıdağı und dem Bezirk Çınar in Diyarbakır zum Tod von 15 Menschen führte.

In dem Bericht, in dem festgehalten wird, dass die Ärztekammer bereits in den ersten Stunden der Brandnacht vor Ort war, wurden Feststellungen, Erkenntnisse und Empfehlungen in 9 Punkten aufgelistet. Dem Bericht zufolge kamen bei dem Brand 15 Menschen ums Leben, 74 Personen wurden verletzt, über 1.500 Kleintiere verendeten und eine Fläche von über 50.000 Dönüm wurde durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Intervention vom Boden aus aufgrund der nächtlichen Uhrzeit und der schwierigen Erreichbarkeit einiger Siedlungen unzureichend war. Es heißt darin: „Es wird davon ausgegangen, dass das Fehlen eines Löscheinsatzes aus der Luft dazu beigetragen hat, dass die Zahl der Opfer gestiegen ist.“ In dem Bericht wird zudem vermerkt, dass medizinisches Personal, das dem Aufruf zur Freiwilligenarbeit gefolgt war, zusammen mit ausreichendem Fachpersonal auf den Vorfall reagierte. Weiter heißt es: „Da es in unserer Provinz keine Verbrennungsstation gibt, mussten zahlreiche Patienten in umliegende Provinzen verlegt werden; es wird angenommen, dass dieser Umstand bei einer Verletzungsart wie Verbrennungen, die eine sofortige Intervention erfordert, zu einer Erhöhung der Opferzahlen geführt haben könnte.“

‚STUDIE ZUR ÖFFENTLICHEN GESUNDHEIT ERFORDERLICH‘

In dem Bericht wird zudem festgehalten, dass die Nachlöscharbeiten nach dem Brand unzureichend waren, was ein Risiko für das Entstehen neuer Brände darstellt und Besorgnis erregt. Es heißt: „Feine Partikel im Brandrauch können schwere/bleibende Herz- und Lungenerkrankungen, Krebs und vorzeitigen Tod verursachen. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD oder Bronchitis sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Diabetiker. Es ist wichtig, bei Reinigungsarbeiten in oder in der Nähe von betroffenen Gebäuden, wo Rauch- und Ascherückstände vorhanden sind, Handlungen zu vermeiden, die Asche und Rückstände aufwirbeln und erneut in die Luft abgeben; zudem ist auf ausreichende Belüftung und andere Schutzmaßnahmen zu achten. Aus diesen Gründen wird es als wichtig erachtet, Studien zu den Aspekten des Brandes durchzuführen, die die öffentliche Gesundheit betreffen.“

‚ACHTSAMKEIT BEI DER NACHRICHTENBERICHTERSTATTUNG GEBOTEN‘

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass kurz- und langfristige Maßnahmen in den betroffenen Gebieten ergriffen werden müssen. Es heißt weiter: „Erste Informationen deuten darauf hin, dass der Brand durch Stromleitungen ausgelöst wurde und sich aufgrund des Windes schnell ausbreitete. Bei solch psychisch belastenden traumatischen Ereignissen ist die Identifizierung der Verantwortlichen, die Einleitung notwendiger rechtlicher Schritte sowie eine faire und transparente Prozessführung von großer Bedeutung für das Gerechtigkeitsempfinden und die psychische Genesung. Zudem sind die Deckung grundlegender Lebensbedürfnisse und die schnelle Rückkehr zum Alltag für die Heilung des Traumas von Bedeutung. Es besteht die Auffassung, dass die Einrichtung eines Krisenstabs und die Erklärung der Region zum Katastrophengebiet wichtig sind, um die entstandenen Nöte schnell zu lindern.

Um traumatische psychische Auswirkungen zu minimieren, besteht die Notwendigkeit, daran zu erinnern, keine sensiblen Bilder des Vorfalls (wie Bilder von verletzten Menschen und Tieren oder dramatische Videos leidender Lebewesen) zu teilen und bei der Berichterstattung über den Brand mit Sorgfalt vorzugehen. Da Todesfälle und schwere Verletzungen insbesondere bei Menschen auftraten, die den Brand selbst bekämpfen wollten, und dies auf mangelnde Erfahrung und Information zurückzuführen ist, wird es – insbesondere in den Sommermonaten, in denen die Temperaturen steigen und solche Brandereignisse zunehmen – als wichtig erachtet, die Öffentlichkeit zu informieren und zu schulen. Wir wissen, dass solche Katastrophen durch geeignete Maßnahmen und Interventionen nicht solche Ausmaße hätten annehmen müssen. In Anbetracht der vielfältigen und multidimensionalen Auswirkungen des Brandes – individuell, gesellschaftlich, wirtschaftlich, ökologisch und gesundheitlich – sind wir uns der Bedeutung der Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen in unserer Stadt sowie der interinstitutionellen Kooperation bewusst. Wir erklären, dass wir das Thema weiter verfolgen werden und bereit sind, sowohl mit öffentlichen und privaten Einrichtungen als auch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren solidarisch zusammenzuarbeiten.“