Bericht zu Frauenmorden in der Türkei veröffentlicht: 'Straflosigkeit ermutigt Täter'

Der jüngste Bericht des Türkischen Frauenvereinsverbandes (TKDF) verdeutlicht den Anstieg der Frauenmorde in der Türkei. Während im Juli 28 Frauen getötet wurden, verloren in den ersten sieben Monaten dieses Jahres insgesamt 249 Frauen ihr Leben.

12punto

Der Türkische Frauenvereinsverband (Türkiye Kadın Dernekleri Federasyonu) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der das erschreckende Ausmaß der Frauenmorde in der Türkei aufzeigt. Während die Zahl der im Juli ermordeten Frauen auf 28 anstieg, verloren in den ersten sieben Monaten dieses Jahres insgesamt 249 Frauen ihr Leben.

DETAILS AUS DEM BERICHT

Eines der schmerzhaftesten Details im Bericht ist, dass sich unter den ermordeten Frauen auch ein fünfjähriges Mädchen befand. Zudem wurde angegeben, dass das älteste Opfer 88 Jahre alt war. Es wurde festgestellt, dass die Mehrheit der getöteten Frauen durch Schusswaffen ums Leben kam und ein Großteil von ihnen in ihrem eigenen Zuhause ermordet wurde.

GESELLSCHAFTLICHE GEWALT HAT ZUGENOMMEN

Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, betonte Canan Güllü, die Vorsitzende des Türkischen Frauenvereinsverbandes, dass der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention ein Zeichen dafür sei, dass man von der Politik zur Prävention von Gewalt gegen Frauen abgerückt sei.

Güllü erklärte: "Frauen wissen nicht mehr, bei wem sie Unterstützung suchen sollen. Während die gesellschaftliche Gewalt zunimmt, sind auch die Frauenmorde von dieser Situation betroffen."

STRAFLOSIGKEIT ERMUTIGT TÄTER

Güllü wies darauf hin, dass der Anstieg der gesellschaftlichen Gewalt auch die Gewalt gegen Frauen befeuert, und betonte, dass die Straflosigkeit im Rechtssystem den Tätern Mut mache.