Bis zu 44 Jahre Haft gefordert: Haftentlassung für Cem Gölbaşı

Cem Gölbaşı, der Anführer der Fangruppierung „Genç Fenerbahçeliler“, der festgenommen worden war, weil er eine Person, die ihn angeblich verspottet hatte, gezwungen haben soll, eine Perücke zu tragen und ihn zu bedrohen, wurde per Gerichtsbeschluss aus der Haft entlassen. Gegen Gölbaşı wurde eine Freiheitsstrafe von 20 bis 44 Jahren gefordert.

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Cem Gölbaşı, der Anführer der Fangruppierung Genç Fenerbahçeliler (GFB), war vor einigen Monaten festgenommen worden, weil er eine Person, die ihn angeblich verspottet hatte, gezwungen haben soll, eine Perücke zu tragen und ihn zu bedrohen. In dem Vorfall wurde das Opfer gezwungen, ein Video aufzunehmen, in dem es sagte: „Ich entschuldige mich für die Fehler, die ich bei Cem Abi gemacht habe“, woraufhin diese Aufnahmen in den sozialen Medien geteilt wurden.

In der im Rahmen der Ermittlungen erstellten Anklageschrift wurde für Cem Gölbaşı wegen „Freiheitsberaubung“, „Nötigung“ und „Quälerei“ eine Freiheitsstrafe von 20 bis 44 Jahren gefordert.

Nach Prüfung der Akten beantragte der Staatsanwalt die Haftentlassung von Cem Gölbaşı, damit er sich auf freiem Fuß verteidigen kann. Das Gericht ordnete die Freilassung von Gölbaşı und seinen vier Begleitern an.

Nach der Entscheidung gab der Anwalt von Cem Gölbaşı über sein Social-Media-Konto eine Erklärung ab und sagte: „Unser Mandant, unser Bruder Cem Gölbaşı wurde aus der Haft entlassen, wir sind erleichtert!“

HINTERGRUND DES VORFALLES... WAS IST PASSIERT?

Cem Gölbaşı begab sich zum Arbeitsplatz einer Person namens B.İ., die sich über ein Foto von ihm auf einem gefälschten Social-Media-Konto lustig gemacht hatte. Die Verdächtigen, die B.İ. dort schlugen, blieben eine Weile am Arbeitsplatz und verließen das Geschäft dann, wobei sie B.İ. mitnahmen. Die Verdächtigen nahmen den Moment auf Video auf, in dem sie B.İ. zwangen, eine Perücke zu tragen und sich zu entschuldigen, und teilten dies in den sozialen Medien. Nach den Aufnahmen ging B.İ. zur Polizei und erstattete Anzeige gegen die Verdächtigen. Die Polizei leitete eine Untersuchung zu dem Vorfall ein.

Bei den Ermittlungen wurden die Identitäten von Gölbaşı und insgesamt 7 Personen, die mit ihm handelten, festgestellt. Es wurde eine Operation gegen die Verdächtigen durchgeführt. Bei der Operation wurden 7 Personen, darunter Gölbaşı, festgenommen. Bei den Durchsuchungen an den Adressen wurden 1 nicht registrierte Pistole, 72 Patronen, 1 ballistische Weste, 100.600 TL, 2.500 Dollar und 315 Euro sichergestellt.

Nach den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft am Justizpalast Bakırköy wurden die Verdächtigen Cem Gölbaşı, İ.A., S.Ş., Ş.B. und U.Ö. dem zuständigen Friedensgericht vorgeführt und wegen „Raubes“, „Quälerei“, „Verletzung der Privatsphäre durch Veröffentlichung von Bild- und Tonaufnahmen“ sowie „Freiheitsberaubung durch Gewalt, Drohung oder List“ inhaftiert, während die Verdächtigen H.M.Ş. und Y.A. unter gerichtlicher Aufsicht freigelassen wurden.

ES GAB EINE HAFTFORDERUNG VON 44 JAHREN

Die Aufnahmen der Verdächtigen am Arbeitsplatz von B.İ. sind aufgetaucht. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Verdächtigen auf B.İ. eintreten und das Geschäft anschließend gemeinsam mit B.İ. verlassen. Zudem wurde das Video erreicht, in dem B.İ. gezwungen wird, eine Perücke zu tragen und sich bei Gölbaşı zu entschuldigen. Die Ermittlungen des Büros für organisierte Kriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy wurden abgeschlossen. In der erstellten Anklageschrift wurde für Cem Gölbaşı wegen „Quälerei“, „Freiheitsberaubung durch Gewalt, Drohung oder List“, „Verletzung der Privatsphäre durch Veröffentlichung von Bild- und Tonaufnahmen“, „rechtswidrigem Eindringen in und Verbleiben in einem IT-System“, „rechtswidriger Erlangung oder Verbreitung personenbezogener Daten“ sowie „gemeinschaftlichem Raub am Arbeitsplatz durch mehrere Personen“ eine Freiheitsstrafe von 20 bis 44 Jahren gefordert. Zusammen mit Gölbaşı wurden auch für H.M.Ş., İ.A., S.Ş., Ş.B., U.Ö. und Y.A. je nach Tatbeteiligung unterschiedliche Strafmaße gefordert.

„ER SAGTE, ICH KANN DIE PERÜCKE TRAGEN“

Die an das Schwurgericht Bakırköy gesendete Anklageschrift wurde angenommen. Gölbaşı und die 6 Verdächtigen werden in den kommenden Tagen vor Gericht stehen. Cem Gölbaşı sagte in seiner im Rahmen der Ermittlungen aufgenommenen Aussage, dass die Idee, eine Perücke zu tragen und ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen, vom Opfer B.İ. selbst vorgeschlagen wurde. Gölbaşı erklärte: „Ich kenne den Geschädigten B.İ. nicht. Es gibt keine Feindseligkeit zwischen uns. Da ich ein Anführer der Tribüne bin, bin ich auf Social-Media-Konten Verleumdungskampagnen ausgesetzt.“ Gölbaşı gab an, dass B.İ. ihm vorgeschlagen habe, eine Perücke zu tragen und ein Entschuldigungsvideo aufzunehmen, und dass er diesem Vorschlag zugestimmt habe.