Blicke in der TBMM auf die CHP-Fraktionssitzung gerichtet: Was bringt die neue Woche?

In der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) stehen in dieser Woche ein Omnibus-Gesetzentwurf, Regelungen für das Personal der türkischen Streitkräfte (TSK) sowie Ausschussarbeiten im Mittelpunkt der Agenda. Bei der CHP richten sich alle Augen auf die Fraktionssitzung, die von Kemal Kılıçdaroğlu geleitet wird, der erneut zum Parteivorsitzenden bestimmt wurde.

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Die TBMM wird auch in dieser Woche ein intensives Programm sowohl im Plenum als auch in den Ausschüssen erleben. Insbesondere die Fortsetzung der Beratungen zu zwei wichtigen, öffentlich diskutierten Regelungen wird erwartet.

Im Lager der Republikanischen Volkspartei (CHP) richten sich die Blicke auf die Fraktionssitzung in dieser Woche, die von Kemal Kılıçdaroğlu geleitet wird, der wieder zum Parteivorsitzenden ernannt wurde. Nach den Diskussionen über den Führungswechsel innerhalb der Partei werden die auf der Sitzung getroffenen Entscheidungen und die abgegebenen Erklärungen aufmerksam verfolgt.

Die Fraktionssitzung war in der vergangenen Woche aufgrund des Programms des neu gewählten CHP-Fraktionsvorsitzenden Özgür Özel in Manisa abgesagt worden. Der Parteisprecher Müslim Sarı kündigte jedoch an, dass Kılıçdaroğlu in dieser Woche bei der Fraktionssitzung ans Rednerpult treten und eine Rede halten werde. Diese Entwicklung wirft Fragen darüber auf, wie die Ordnung innerhalb der CHP-Fraktion aufrechterhalten werden soll.

Am Dienstag und Mittwoch werden in der TBMM auch Fraktionssitzungen anderer politischer Parteien stattfinden. Für Mittwoch ist die Sitzung der AKP-Fraktion vorgesehen.

IM PLENUM WERDEN DIE ARTIKEL DES OMNIBUS-GESETZES BEHANDELT

Im Plenum des Parlaments werden die Beratungen zum Gesetzentwurf über Änderungen des Bodenschutz- und Landnutzungsgesetzes, des Reisgesetzes sowie einiger anderer Gesetze fortgesetzt. Von den 30 Artikeln der Regelung, mit denen in der vergangenen Woche begonnen wurde, sind bisher 5 Artikel angenommen worden.

Den angenommenen Regelungen zufolge wurden die Mindestabstände von Reisfeldern zu Wohngebieten für verschiedene Regionen neu festgelegt. Zudem werden neue Beschränkungen eingeführt, die es Herstellern, Importeuren und Verkäufern von Alkohol untersagen, ihre Handelsnamen und Markenlogos in irgendeinem Medium als Werbung oder Sponsoring zu verwenden oder diese in ihren Geschäftsräumen auszustellen. Darüber hinaus wird die Zuständigkeit für die Umsetzung des landesweiten Verkaufsverbots von alkoholischen Getränken im Einzelhandel an die lokalen Behörden übertragen, wobei den Unternehmen eine einjährige Übergangsfrist zur Anpassung an die Regelung eingeräumt wird.

GENOSSENSCHAFTEN ALS HINDERNIS AUF LANDWIRTSCHAFTLICHEN FLÄCHEN

Mit den Änderungen soll verhindert werden, dass Baugenossenschaften zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen Eigentumsrechte oder beschränkte dingliche Rechte an diesen Flächen erwerben. Dieses Recht wird nur Genossenschaften eingeräumt, die landwirtschaftliche Tätigkeiten ausüben, und zwar mit Genehmigung des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft. Zudem soll der Anschluss von illegalen Bauten an Strom-, Wasser- und Erdgasnetze verhindert werden. Gegen Institutionen und Einrichtungen, die sich nicht an diese Bestimmungen halten, werden „abschreckende“ Geldstrafen verhängt. Institutionen, die illegale Bauten mit Strom, Wasser oder Erdgas versorgen, müssen mit einer Strafe von 100.000 Lira pro Anschluss rechnen.

Derselbe Gesetzentwurf enthält auch Regelungen zum Verkauf und zur Vermietung von Immobilien der staatlichen Wasserbehörde (DSİ) sowie eine Aktualisierung der Disziplinarstrafen für Tierärzte. Andererseits ist die Einführung neuer Regeln für viele Bereiche geplant, von der Schaffung von Kohlenstoffsenken-Wäldern bis hin zu den Anbauregeln für Zuckerrüben. Es ist das Ziel, den gesamten Omnibus-Gesetzentwurf im Laufe der Woche abzuschließen.

NEUE ENTWÜRFE IN DEN AUSSCHÜSSEN AUF DEM TISCH

Im Verteidigungsausschuss wird die Beratung des von der AKP in das Parlament eingebrachten Gesetzentwurfs mit 17 Artikeln erwartet, der Verbesserungen der persönlichen Rechte des Personals der türkischen Streitkräfte (TSK) vorsieht. Mit diesem Entwurf wird Vertragsunteroffizieren und -soldaten, die mindestens 7 Jahre gedient haben und das 41. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, der Weg für eine Beschäftigung in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes geebnet. Zudem wird einigen aus der TSK ausgeschiedenen Offizieren der Weg zurück in den Dienst versperrt; für Offiziere und Unteroffiziere, die den Dienst verlassen haben, wird ein Verbot der Rückkehr in die Armee eingeführt.

Derselbe Entwurf enthält auch die Regelung, dass in Gerichtsverfahren bezüglich Verwaltungsmaßnahmen, die gegen öffentliches Personal in kritischen Positionen aufgrund von Terrorverbindungen ergriffen wurden, gerichtliche Entscheidungen erst nach Rechtskraft vollstreckt werden dürfen.

GEFÄNGNISSE UND SCHULANGRIFFE AUCH AUF DER AGENDA DER AUSSCHÜSSE

An der Front der TBMM-Ausschüsse setzt zudem der Untersuchungsausschuss, der zu den Schulangriffen in Kahramanmaraş und Şanlıurfa eingerichtet wurde, seine Arbeit fort. In dieser Woche werden Akademiker dem Ausschuss Präsentationen halten.

Im Unterausschuss des Menschenrechtsausschusses werden die Inspektionsberichte aus den Strafvollzugsanstalten in Niğde, İzmir und Eskişehir geprüft und ein neuer Fahrplan festgelegt.

Damit bereitet sich das Parlament auf eine arbeitsreiche Woche vor, in der sowohl umstrittene Gesetzentwürfe als auch wichtige gesellschaftliche Themen beraten werden.