„Blutige Schlägerei“ im Parlament führt zu einer Premiere: Türkisches Parlament erhält einen „Notfallknopf“

Die Parlamentsverwaltung hat aufgrund der jüngsten heftigen Auseinandersetzungen im Plenum sowie medizinischer Notfälle wie Herzinfarkten bei Abgeordneten neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde am Präsidiumspult ein „Notfallknopf“ installiert, über den die im Ehrenhof stationierten 112-Notfallteams alarmiert werden können.

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Die Verwaltung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) setzt ihre Vorbereitungen für das am 1. Oktober beginnende zweite Legislativjahr der 28. Legislaturperiode fort. Im gesamten Parlamentsgebäude werden umfassende Reinigungs-, Renovierungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Das aufgrund der Auseinandersetzungen im Plenum häufig gestörte Audiosystem wurde überprüft und defekte Stellen repariert.

Obwohl die Parlamentsverwaltung aufgrund von Sparmaßnahmen größere Umbau- und Bauprojekte auf Eis gelegt hat, werden im Rahmen der Vorbereitungen auf die neue Sitzungsperiode sowohl im Hauptgebäude als auch in den Dienstgebäuden verschiedene Umgestaltungen vorgenommen. In allen Räumen und Sälen, einschließlich der Fraktionsbüros, Sitzungssäle der Fraktionen, Abgeordnetenbüros, Ausschusssäle und Pressekonferenzräume, werden regelmäßige Wartungsarbeiten durchgeführt.

„NOTFALLKNOPF“ WIRD EINGEFÜHRT

Wie Önder Yılmaz von der Zeitung Sabah berichtet, hat die Parlamentsverwaltung nach den blutigen Auseinandersetzungen im Plenum und den Herzinfarkten von Abgeordneten den „Notfallknopf“ eingeführt. Diese neue Maßnahme sieht vor, dass die das Plenum leitenden stellvertretenden Parlamentspräsidenten bei gesundheitlichen Problemen eines Abgeordneten oder bei Verletzungen während einer Schlägerei den am Präsidiumspult installierten roten Knopf drücken können, um die Ärzte des 112-Notdienstes aus dem Ehrenhof zu rufen.

ÜBUNGEN BEREITS DURCHGEFÜHRT

Die Ärzte sollen innerhalb einer Minute im Plenarsaal eintreffen. Es wurde bekannt, dass bereits Übungen für den Einsatz des Notfallknopfes durchgeführt wurden. Vor der Sommerpause hatte der Abgeordnete aus Kocaeli, Hasan Bitmez, während einer Rede am Pult einen Herzinfarkt erlitten und war später im Krankenhaus verstorben. Zudem kam es bei den jüngsten Auseinandersetzungen zu ernsthaften Verletzungen.

Die Parlamentsverwaltung hat aufgrund des gestiegenen Bedarfs auch die Kapazität des medizinischen Teams im Ehrenhof erhöht. Für mögliche Notfälle im neuen Legislativjahr werden das Erste-Hilfe-Zentrum und die 112-Gesundheitsstation bis zum Ende der Plenar- und Ausschusssitzungen in Betrieb bleiben.

TREPPEN SOLLEN AUS SICHERHEITSGRÜNDEN ENTFERNT WERDEN

Die Parlamentsverwaltung plant zudem, die Treppen vor dem Präsidiumspult zu entfernen, da Abgeordnete bei Auseinandersetzungen dort gestürzt waren und sich verletzt hatten.

Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş erklärte: „Für die Bereiche im Plenum, die ein Risiko darstellen, wurde eine Vor-Ort-Prüfung durchgeführt; derzeit wird an einer Regelung gearbeitet, die die Sicherheit gewährleistet, ohne die Ästhetik zu beeinträchtigen.“ Die Treppen waren zuletzt in das öffentliche Gedächtnis gerückt, als ein Abgeordneter während eines Herzinfarkts am Rednerpult stürzte und mit dem Kopf auf die Stufen aufschlug, sowie durch die blutigen Bilder, die bei einer Schlägerei unter Abgeordneten vor der Parlamentspause entstanden waren.