Boğaziçi-Absolvent, der sein Diplom zerriss, festgenommen: Staatsanwaltschaft beantragt Ausreiseverbot

Bei der 158. Abschlussfeier der Boğaziçi-Universität wurde der Student Doruk Dörücü, der sein eigenes Diplom aus Protest gegen die Annullierung des Diploms von Ekrem İmamoğlu zerriss, am Morgen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft beantragte seine Freilassung unter gerichtlicher Aufsicht, forderte jedoch ein Ausreiseverbot.

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Die 158. Abschlussfeier an der Boğaziçi-Universität war Schauplatz eines bemerkenswerten Protests. Der Absolvent Doruk Dörücü protestierte gegen die Annullierung des Diploms des Bürgermeisters von Istanbul und CHP-Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu, indem er sein eigenes Diplom auf dem Podium zerriss.

Dörücü, der bei der Zeremonie das Wort ergriff, erklärte: „Dieses Diplom ist nichtig. Ich lehne das Diplom dieses despotischen Regimes ab, das das Diplom des zukünftigen Präsidenten annulliert und nach Belieben Fakultäten eröffnet oder schließt.“ Zudem betonte er, dass er sein Diplom nicht von dem durch Präsident Erdoğan ernannten Rektör Naci İnci, sondern von einem durch die Universität selbst gewählten Rektor entgegennehmen wolle.

AM MORGEN FESTGENOMMEN

Nachdem die Aufnahmen in den sozialen Medien für großes Aufsehen gesorgt hatten, wurde Doruk Dörücü in den frühen Morgenstunden festgenommen. In seiner ersten Aussage bei der Polizei verteidigte sich Dörücü damit, dass er keine bestimmte Person oder Institution habe angreifen wollen, und erklärte:

„Ich habe keine diskriminierenden oder herabwürdigenden Äußerungen gegenüber irgendeiner sozialen Schicht, ethnischen Herkunft, Religion, Konfession oder einer anderen Untergruppe der Bevölkerung gemacht. Ich weise die gegen mich erhobenen Vorwürfe zurück.“

STAATSANWALTSCHAFT BEANTRAGT GERICHTLICHE AUFSICHT

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde Doruk Dörücü der Staatsanwaltschaft überstellt. Wie T24 berichtet, beantragte die Staatsanwaltschaft die Anordnung einer gerichtlichen Aufsicht unter der Bedingung eines Ausreiseverbots und leitete den Fall an das zuständige Friedensgericht weiter.