CHP-Abgeordneter Alp: Seit wann gilt die Teilhabe von Kurden in Gemeinderäten in diesem Land als Verbrechen?

Der CHP-Abgeordnete für Kars und Mitglied des Justizausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, İnan Akgün Alp, äußerte sich zu dem Prozess gegen den Bürgermeister von Esenyurt, Ahmet Özer, der in Silivri verhandelt wird. Alp fragte: „Seit wann gilt die Teilhabe von Kurden in Gemeinderäten in diesem Land als Verbrechen?“

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In seiner Presseerklärung erklärte Alp, dass die rechtlichen Aspekte des Falls morgen vor Gericht erörtert würden, er jedoch auf die politische Dimension des Verfahrens aufmerksam machen wolle.

„Die Anklageschrift in diesem Fall hat es weder in der Zeit des 12. Septembers, noch vor den Kriegsgerichten, noch vor den Sondergerichten während der FETÖ-Ära gegeben. Diese Anklageschrift ist ein Dokument, das darauf abzielt, den Prozess zu sabotieren“, sagte Alp und betonte, dass die in der Anklageschrift erhobenen Vorwürfe grundlos seien.

Alp wies darauf hin, dass die Strategie des „städtischen Konsenses“ (Kent uzlaşısı) in der Anklageschrift kriminalisiert werde, und fragte: „Der städtische Konsens bedeutet, dass kurdische Wähler in den westlichen Provinzen Kandidaten unterstützen, auf die man sich geeinigt hat, auch wenn sie nicht gewinnen, und auf diese Weise in den Gemeinderäten vertreten sind. Seit wann gilt die Teilhabe von Kurden in Gemeinderäten in diesem Land als Verbrechen?“

Alp erklärte, dass, falls die Anklageschrift in dieser Form angenommen werde, dieselbe Logik auch auf das Parlament angewendet werden müsse:

„Wie viele kurdische Abgeordnete gibt es innerhalb der AK-Partei? Aus welchen westlichen Provinzen wurden diese Abgeordneten gewählt? Ist diese Repräsentation ein Verbrechen?“, fragte er.

„Wenn Ahmet Özer in diesem Prozess nicht freigelassen wird, müssen wir den Rücktritt von über hundert kurdischen Abgeordneten der AK-Partei fordern, allen voran Bekir Bozdağ“, sagte Alp und fügte hinzu, dass eine solche Auffassung inakzeptabel sei.

Alp schloss seine Worte wie folgt:

„Mit diesem Prozess soll unser Volk auf ethnischer Basis gespalten werden. Diese Auffassung ist rassistisch. Die Türkei hat keine Zeit dafür. Unser Volk will Frieden, Brüderlichkeit und das Recht auf Repräsentation. Weder die Stimmen noch die politischen Vertreter der Kurden oder Türken können kriminalisiert werden. Wir hoffen, dass der Bürgermeister von Esenyurt, Herr Ahmet Özer, aus diesem Prozess entlassen, in sein Amt wiedereingesetzt und die Praxis der Zwangsverwalter beendet wird.“

Alp dankte den Pressevertretern und lud alle Bürger dazu ein, für Gerechtigkeit und Demokratie einzustehen.