CHP-Politikerin Sevgi Kılıç: 'Die Politik hemmt den Sport, wir müssen diese Mentalität aufgeben'

Die stellvertretende CHP-Vorsitzende Sevgi Kılıç erklärte in einer Stellungnahme zu den Olympischen Spielen Paris 2024, dass die Einmischung der Politik in den Sport negative Folgen habe. Sie betonte, dass die Mentalität, den Sport zum Hinterhof der Politik zu machen, aufgegeben werden müsse.

12punto

Die für das Ministerium für Jugend und Sport zuständige stellvertretende CHP-Vorsitzende Sevgi Kılıç gab eine schriftliche Erklärung zu den Olympischen Spielen Paris 2024 ab. Kılıç erklärte, dass die Türkei in den Sportarten, in denen sich die Politik einmische, einen Rückschritt erlebe, und sagte: "Selbst in Disziplinen, in denen unsere Goldmedaille zuvor garantiert war, konnten wir nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Wir müssen dringend die Mentalität aufgeben, den Sport in den Dienst der Politik zu stellen, und stattdessen die Politik in den Dienst des Sports stellen."

EINE BILANZ DES RÜCKSCHRITTS MUSS GEZOGEN WERDEN

Kılıç betonte, dass die türkischen Nationalathleten mit ihrer Leistung bei den Olympischen Spielen Paris 2024 für Millionen von Kindern und Jugendlichen Vorbilder seien. Sie unterstrich jedoch, dass der Rückgang bei der Anzahl der Medaillen und in den Platzierungen sorgfältig untersucht werden müsse und dass die Investitionen in den Sport gestärkt und diversifiziert werden sollten.

Sevgi Kılıç warf zudem dem Jugend- und Sportminister Osman Aşkın Bak vor, sich seiner Verantwortung zu entziehen, und wies auf das Fehlen einer langfristigen Planung hin.

EIN MINISTER, DER NICHT IM GEISTE DER OLYMPIADE HANDELT

Kılıç erklärte, man habe bei den Olympischen Spielen Paris 2024 einen Minister erlebt, der den Erfolg der Athleten für seine persönliche Selbstdarstellung nutze, und bezeichnete diesen Ansatz als unvereinbar mit dem olympischen Geist. Sie merkte an, dass soziale Medien effektiv für die Förderung der Türkei hätten genutzt werden können, diese Gelegenheit jedoch verpasst worden sei.

KRITIK AM ISTANBUL-HAUS

Kılıç kritisierte, dass Vertreter der Regierung nicht das von der Stadtverwaltung Istanbul in Paris eröffnete Istanbul-Haus besucht hätten, und sagte: "Wir überlassen diesen Ansatz, der unsere nationalen Interessen untergräbt, als ob Istanbul die Stadt eines anderen Landes wäre, dem Gewissen unserer Sportgemeinschaft und des türkischen Volkes." Darüber hinaus kritisierte sie den Ausschluss Russlands und Weißrusslands von den Olympischen Spielen und bezeichnete dies als eine globale Ungerechtigkeit.

Kılıç drückte ihren Stolz auf den Kampfgeist der in Paris antretenden Athleten aus, dankte ihnen und wünschte den paralympischen Athleten viel Erfolg. Sie fügte hinzu, dass die Bemühungen, gemeinsam mit den Kommunalverwaltungen neue Champions hervorzubringen, fortgesetzt würden.