CHP-Vorsitzender Özel zur Verhaftung: „Wir durchschauen das Spiel“
CHP-Vorsitzender Özgür Özel äußerte sich in einer ersten Stellungnahme nach der Verhaftung des Bürgermeisters von Esenyurt, Ahmet Özer, mit deutlichen Worten. Er rief die Bürger, die ihren Unmut über das Vorgehen zeigen wollen, dazu auf, sich vor dem Rathaus von Esenyurt zu versammeln.
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Der CHP-Vorsitzende Özel nahm an einer Sendung von Sözcü TV teil und äußerte sich erstmals nach der Entscheidung zur Verhaftung. Özgür Özel sagte: „Wir durchschauen das Spiel“ und führte weiter aus:
„Gute Besserung an ganz Esenyurt und die Türkei...
Gegen die Macht einer einzelnen Person bedarf es eines kollektiven Verstandes und Widerstands; deshalb haben wir alle unsere Programme abgesagt. Ich werde morgen früh in Istanbul sein. Nach einer Bewertung mit Bürgermeister Ekrem werde ich weitere Erklärungen abgeben.
Unsere Bürgermeister kommen ebenfalls. Gegen 13:00 Uhr werden wir im Bezirksverband Esenyurt sein und unsere ZK-Sitzung abhalten. Als Zeichen der Bedeutung des Themas werden wir uns im Bezirksverband Esenyurt versammeln.
Wir werden uns gegen 13:00 bis 13:30 Uhr treffen und rufen um 16:00 Uhr die Einwohner Istanbuls und Esenyurts dazu auf, vor das Rathaus zu kommen, um ihre Bürgermeister zu unterstützen.
Wir hatten für das Wochenende ein Camp in Antalya geplant, das wir ebenfalls abgesagt haben; alle unsere Abgeordneten werden in Esenyurt sein. Danach bleiben wir bis zum Wochenende in Istanbul. Es geht primär um das Thema Esenyurt, aber wir werden auch über die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem ‚Ahmak-Prozess‘ (Dummkopf-Prozess) gegen İmamoğlu und unsere diesbezügliche Roadmap sprechen...
Es wird rechtliche und politische Bewertungen geben... Dass der in Esenyurt begonnene Schritt über die Stadtverwaltung Istanbul (İBB) fortgesetzt werden soll, ist etwas, das diesem böswilligen Verstand durchaus zuzutrauen ist. Während wir Esenyurt verteidigen, werden wir alles, was in unserer Macht steht, auf die schärfste Weise zum Ausdruck bringen.
Dass es sich nicht um ein Projekt der Demokratisierung oder der Brüderlichkeit handelt, sondern um ein geheimes Abkommen, das sie selbst festgelegt haben, wurde durch Erdoğans Unterstützung deutlich.
Erdoğan hat mir heute gedankt, woraufhin ich sagte: ‚Du hast mich falsch verstanden‘. Wir haben eine andere Auffassung als die AKP bezüglich des fraglichen Prozesses.
Heute wird deutlich, dass sie die Demokratie beiseitelegen, auf ihre Härte vertrauen und mit einer Person einen Kuhhandel betreiben. Es scheint ein gegenseitiges Geben und Nehmen zu geben, bei dem Erdoğan im Austausch für das Recht auf Hoffnung seine Verfassungslogik fortsetzen will; dem können wir nicht zustimmen.
„SIE SCHLAGEN EINE LÖSUNG VOR, VON DER SIE SELBST PROFITIEREN“
Während wir eine Lösung vorschlagen, die mit Demokratie beginnt und endet, bei der es keine Verlierer gibt und von der alle sowie die Republik Türkei profitieren, schlagen sie etwas vor, von dem sie selbst und ein einzelner Akteur profitieren.
Der Schritt, den sie heute unternommen haben, ist ein Teil davon. Ein Rufmord – das ist ein billiges und einfaches Manöver. Es ist eine Frage der Herablassung; man bedankt sich erst und geht dann so gegen einen Bürgermeister vor, dem man vor sechs Monaten noch ein polizeiliches Führungszeugnis ausgestellt hat.
Sie führen das Erbe von Fethullah Gülen fort, denn sie waren wie Fleisch und Blut... Sie nutzen es sofort. Diese Bewegungen bedeuten nicht, dass sie das Erbe von Gülen ablehnen; sie nutzen es sofort aus.
„WIR DURCHSCHAUEN DAS SPIEL“
Der hier vollzogene Schritt ist ein Schlag gegen den Willen der kurdischen Wähler und ein Versuch, andere Willensbekundungen in Istanbul zu bevormunden. Wir durchschauen das Spiel; Esenyurt ist nicht nur Esenyurt, das sehen wir auch.
Wir müssen diesen Prozess erst mit unserem Zentralkomitee und dann mit unserem Volk steuern und unseren Willen auf die schärfste und abschreckendste Weise zeigen, um diejenigen, die dies tun, dazu zu bewegen, von ihrem Vorgehen abzurücken.
Alle Optionen liegen auf dem Tisch. Unser Anliegen ist es, das Richtige zu tun. Die Gegenseite lässt einen böswilligen Verstand walten. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden unsere Entscheidungen in Gremien ausreichend diskutieren, ohne Verzögerung, aber mit gesundem Menschenverstand treffen und unsere Schritte unternehmen.
Um 16:00 Uhr erwarte ich jeden, der Einspruch gegen diese Geschehnisse erheben möchte, vor dem Rathaus von Esenyurt...“