Das auch noch... AKP-geführte Gemeinde trennt Cafés nach Geschlechtern

Die von der AKP geführte Gemeinde Şahinbey steht in der Kritik, weil sie in ihrer Volksbibliothek getrennte Cafés für Männer und Frauen eingerichtet hat. Ferhat Alagöz, Vorsitzender der CHP-Jugendorganisation, erklärte: „Die Einführung von ‚Cep Kafe (Damen)‘ und ‚Cep Kafe (Herren)‘ in der Şahinbey-Volksbibliothek ist Ausdruck eines bedenklichen Ansatzes, der unsere Ansprüche auf Modernisierung untergräbt, die gesellschaftliche Spaltung normalisiert und öffentliche Räume in eine nach Geschlechtern getrennte Landkarte verwandelt. Dabei ist eine Bibliothek nicht nur ein Ort mit Büchern, Regalen und stillen Sälen.“

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In der Volksbibliothek der von der AKP geführten Gemeinde Şahinbey in Gaziantep wurden durch den AKP-Bürgermeister Mehmet Tahmazoğlu nach Geschlechtern getrennte Cafés eingerichtet. Die Jugendorganisation der CHP in Gaziantep protestierte vor der Volksbibliothek mit einer Presseerklärung gegen diese Maßnahme. 

„AUSDRUCK EINES BEDENKLICHEN ANSATZES“

Der Vorsitzende der Jugendorganisation, Fayat Ferhat Alagöz, betonte, dass die Trennung von Frauen und Männern in separate Cafébereiche nicht nur eine räumliche Anordnung sei, und erklärte: „Die Einführung von ‚Cep Kafe (Damen)‘ und ‚Cep Kafe (Herren)‘ in der Şahinbey-Volksbibliothek ist Ausdruck eines bedenklichen Ansatzes, der unsere Ansprüche auf Modernisierung untergräbt, die gesellschaftliche Spaltung normalisiert und öffentliche Räume in eine nach Geschlechtern getrennte Landkarte verwandelt. Dabei ist eine Bibliothek nicht nur ein Ort mit Büchern, Regalen und stillen Sälen.“

„BEDEUTET DIE INSTITUTIONALISIERUNG EINER MENTALEN TRENNUNG“

Laut einem Bericht von Evren Demirdaş von der Zeitung Sözcü sagte Alagöz: „Eine Bibliothek ist ein universeller Ort, an dem Gedanken frei werden, Wissen grenzenlos ist, Unterschiede zusammenkommen und Individuen voneinander lernen und wachsen. Bibliotheken sind einer der wichtigsten Eckpfeiler der gesellschaftlichen Entwicklung und des kulturellen Fortschritts. Daher ist es äußerst besorgniserregend, dass ausgrenzende Raumpolitiken in diesen mit Wissen durchdrungenen Bereichen Einzug halten.“ Er fügte hinzu: „Frauen und Männer in getrennte Cafébereiche zu drängen, ist nicht nur eine räumliche Anordnung; es bedeutet gleichzeitig die Institutionalisierung einer mentalen Trennung. Diese Praxis positioniert die Mitglieder der Gesellschaft als Identitäten, die einander nicht vertrauen und sich unwohl fühlen, wenn sie zusammen sind.“ 

„DER WEG ZUR FREIHEIT FÜHRT ÜBER GEMEINSAME STÄRKE“

Alagöz erklärte weiter: „Die geschlechtsbasierte Trennung ist die in den Raum eingravierte Mentalität, die unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken die Freiheit zerstört und die Kultur des Zusammenlebens untergräbt. Zudem ist die Verwendung des Begriffs ‚bayan‘ (Dame), der seit Jahren kritisiert wird und die weibliche Identität auf eine oberflächliche Kategorie reduziert, besonders nachdenklich stimmend. Die Frau nicht als Individuum, sondern mit einem namenlosen ‚Damen‘-Etikett zu definieren, überschattet ihre Rechte als freies Individuum und entzieht ihr die Identität. Fortschritt sollte nicht darin gesucht werden, Mauern aus Angst zu errichten, sondern darin, Türen durch Freiheit zu öffnen.“ Er schloss mit den Worten: „Wir fordern, dass Bibliotheken Räume sind, die jedem Individuum mit gleichem Abstand gegenüberstehen und Freiheit sowie Wissen ohne Geschlechtertrennung anbieten. Wir wollen, dass alle künstlichen Hindernisse beseitigt werden, die Frauen und Männer daran hindern, als gleichberechtigte Individuen unter einem Dach zu sein, gemeinsam zu lernen, zu diskutieren und zu wachsen. Der Weg zur Freiheit führt über gemeinsame Stärke. Wir erinnern daran und rufen alle dazu auf, sich für Wissen, Freiheit und Gleichheit einzusetzen.“