Dementi aus Beştepe zu Gerüchten über eine „Systemrevision“: „Nicht auf unserer Agenda“ – İsmail Saymaz fragte bei Verantwortlichen nach
Während Gerüchte über eine umfassende Revision des Präsidialsystems die politischen Kulissen in Ankara in Bewegung versetzten, kam eine Stellungnahme aus Quellen in Beştepe. Der Journalist İsmail Saymaz erklärte, dass keinerlei Arbeiten zur Revision des Systems auf der Tagesordnung stünden.
12punto
In einer Zeit, in der die Arbeiten an einer neuen Verfassung in der AKP an Fahrt gewinnen, kamen Behauptungen auf, dass umfassende Änderungen an der Funktionsweise des Präsidialsystems vorgenommen werden sollen.
In einigen heute veröffentlichten Berichten wurde behauptet, dass im Einklang mit einem innerhalb der AKP erstellten Bericht eine Neuregelung einiger Elemente des Systems geprüft werde. In den Behauptungen war von Optionen die Rede wie der Stärkung der Befugnisse des Parlaments, der Ernennung von Ministern aus dem Kreis der Abgeordneten, der Übertragung einiger Exekutivbefugnisse an den Ministerrat sowie der Abschaffung des Systems der stellvertretenden Minister zugunsten einer Rückkehr zum Modell der Staatssekretariate.
Der Journalist İsmail Saymaz teilte über seinen Social-Media-Account mit, dass bezüglich der genannten Berichte keinerlei Arbeiten zur Revision des Präsidialsystems auf der Tagesordnung stünden.
Beştepe kaynakları Cumhurbaşkanlığı Hükümet Sistemi'nde revizyon yapılacağı yönündeki iddiaları reddediyor. Yetkililer böyle bir çalışmanın gündemde olmadığını belirtiyorlar.
— İsmail Saymaz (@ismailsaymaz) August 27, 2026
Kam im Zuge der Diskussionen um eine neue Verfassung auf
Es fiel auf, dass die Systemdiskussion in einer Zeit aufkam, in der die AKP ihre Arbeiten an einer neuen Verfassung beschleunigt hat.
Insbesondere nach der Verabschiedung des Rahmen-Gesetzes im Rahmen eines „terrorfreien Türkiye“ durch die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) mit hoher Stimmenzahl gab es Einschätzungen, dass sich im Parlament eine breitere Konsensbasis für eine neue Verfassung bilden könnte. Auch die Ansichten einiger AKP-Kader, dass Änderungen an der neuen Verfassung mit über 400 Stimmen angenommen werden könnten, waren in der Presse reflektiert worden.
Nach diesen Entwicklungen begann die Diskussion darüber, ob zusammen mit einer Verfassungsänderung auch das bestehende Regierungssystem neu bewertet werden sollte.
Welche Änderungen waren in den Behauptungen enthalten?
In den Berichten aus den Kulissen wurde behauptet, dass nicht eine vollständige Änderung des Präsidialsystems angestrebt werde, sondern insbesondere eine Stärkung der Kontrollbefugnis der TBMM gegenüber der Exekutive.
Demnach seien Vorschläge geprüft worden, wie die Ernennung von Ministern aus dem Kreis der Abgeordneten, die jedoch im Parlament nicht abstimmen dürfen; die Beantwortung mündlicher Anfragen durch Minister in der Vollversammlung; die Übertragung einiger Befugnisse des Präsidenten an den Ministerrat sowie die Abschaffung der stellvertretenden Minister und die Wiedereinführung des Staatssekretariatssystems.
Die Erklärung der Quellen aus dem Präsidialamt widersprach diesen Behauptungen jedoch mit der Aussage, dass eine solche Revisionsarbeit nicht auf der Agenda von Beştepe stehe.
Augen in Ankara auf den Prozess der neuen Verfassung gerichtet
Die Erklärung aus Beştepe ist auch im Hinblick auf die politischen Kulissen, die in letzter Zeit wiederholt zum Thema wurden, bemerkenswert.
Insbesondere in einem Prozess, in dem sich die Parteienwechsel in der Opposition, die Suche nach neuen politischen Strukturen und die Diskussionen über die Parlamentsarithmetik intensivierten, waren die Behauptungen über Änderungen am Regierungssystem zu einem der wichtigen Punkte der politischen Agenda geworden.