Der größte Datendiebstahl der Geschichte: Daten werden durch starke Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt
Nach Angaben von Sicherheitsexperten wurden 26 Milliarden Datensätze von Hackern gestohlen. In der Erklärung wurde auch mitgeteilt, dass Daten der türkischen Regierung entwendet wurden. Wie können wir unsere Daten schützen? Der 12punto-Autor Prof. Dr. Cem Sefa Sütcü sowie die Cybersicherheitsexperten Ersin Çahmutoğlu und Burak Bozkurtlar erklärten gegenüber 12punto.com.tr, was zum Schutz der Datensicherheit getan werden kann.
Ezgi Sivritepe
Ezgi SİVRİTEPE - 12punto.com.tr
Der größte Datendiebstahl der Geschichte wurde aufgedeckt. Es wurde bekannt gegeben, dass bei dem als „größter aller Verstöße“ bezeichneten Vorfall 26 Milliarden Datensätze geleakt wurden. Es heißt, dass unter den gestohlenen Daten auch Informationen der türkischen Regierung sind.
Cybersicherheits- und IT-Experten, die das Thema gegenüber 12punto bewerteten, machten auf die digitale Sicherheit aufmerksam.
Der 12punto-Autor Prof. Dr. Cem Sefa Sütcü betonte, dass im digitalen Zeitalter ein kollektives Bewusstsein erforderlich sei, um Sicherheit zu gewährleisten. Sütcü wies zudem darauf hin, dass digitale Sicherheit in Zukunft noch kritischer werden wird.
„DIGITALE SICHERHEIT WIRD NOCH SCHWIERIGER“
Sütcü erklärte, dass wir nicht wüssten, welche Daten wir teilen sollten: „Ich bewerte Medienkompetenz anhand des Zustands von Bewusstsein und Aufklärung. In diesem Bereich wird nicht ausreichend geschult. Digitale Kompetenz muss bereits ab der Grundschule vermittelt werden, denn nur so können sie sich der digitalen Welt bewusst werden“, sagte er.
Sütcü wies darauf hin, dass zur Sensibilisierung Zeichentrickfilme für Kinder sowie Serien, Filme und Werbung für Erwachsene nützlich sein könnten. Sütcü äußerte: „Es braucht ein kollektives Bewusstsein und kollektives Handeln, denn in Zukunft wird digitale Sicherheit noch schwieriger werden.“
Sütcü merkte an, dass E-Mail-Konten für manche Menschen unwichtig erschienen: „Dass Ihr Konto gestohlen wird, mag Ihnen unwichtig erscheinen, aber es besteht die Möglichkeit, dass mit Ihren Daten Ihre Angehörigen kontaktiert und ‚getäuscht‘ werden. Man sollte nicht denken: ‚Was wollen sie schon mit meinem Konto anfangen?‘ Denn mittlerweile werden soziale Medien sogar in Lebensläufen angegeben und bei Einstellungen überprüft. Die Förderung des Bewusstseins für digitale Kompetenz ist sehr wichtig, aber das ist etwas, das nicht allein erreicht werden kann.“
„DIE DIEBE SIND IMMER EINEN SCHRITT VORAUS“
Sütcü erklärte, dass es unmöglich sei, persönliche Daten bei der Nutzung von Telefonen und Computern sowie bei der Internetverbindung vollständig zu schützen: „Es ist nicht möglich, persönliche Daten zu hundert Prozent zu schützen, selbst wenn man Computeringenieur ist, da die Diebe immer einen Schritt voraus sind. Aber auch wenn ein hundertprozentiger Schutz nicht möglich ist, kann das Risiko durch Aufklärung minimiert werden.“
BEHAUPTUNG ÜBER DEN DATENLEAK DER REGIERUNG
Der Cybersicherheitsexperte Ersin Çahmutoğlu betonte, dass zum Schutz digitaler Daten Maßnahmen wie starke Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung ergriffen werden sollten. Çahmutoğlu stellte fest, dass es sich bei den gestohlenen Daten um persönliche Daten handele, und wies die Behauptungen zurück, dass Daten der türkischen Regierung geleakt worden seien.
Çahmutoğlu sagte Folgendes:
„Es ist wichtig, welche Anwendung wir zu welchem Zweck nutzen. Wir sollten nicht jeder Anwendung unsere persönlichen Daten geben. Auch in sozialen Medien sollten so wenig Informationen wie möglich preisgegeben werden. Darüber hinaus sollten starke Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierungsmaßnahmen ergriffen werden.
Das Erste, was wir tun müssen, ist zu prüfen, woher die Daten gestohlen wurden. Je nach Situation kann es notwendig sein, Passwörter, E-Mail-Konten, Bankzugangsdaten oder Social-Media-Konten zu ändern oder zu aktualisieren.
Die häufigste Bedrohung in diesem Bereich sind Phishing-Angriffe. Die meisten Anmeldedaten werden durch diese Angriffe erbeutet. Andererseits ist auch die Sicherheit von Social-Media-Konten wichtig. Wenn dort schwache Passwörter oder andere fehlende Sicherheitsmaßnahmen vorliegen, sind unsere Daten durch Cyberangriffe oder Hacking in Gefahr.“
Çahmutoğlu betonte die Bedeutung digitaler Kompetenz mit folgenden Worten:
„Digitale Kompetenz ist absolut notwendig. Sie sollte ab der Mittelstufe in den Lehrplan aufgenommen werden. Später sind schrittweise Schulungen zur Nutzung sozialer Medien und grundlegende Cybersicherheitstrainings erforderlich. Cyberkriminelle schaden am meisten denjenigen, die über diese Themen nicht informiert sind. Daher ist das Thema sehr ernst.“
LÖSUNG ZUM SCHUTZ PERSÖNLICHER DATEN: NICKNAME
Der Cybersicherheitsexperte Burak Bozkurtlar wies auf die Verwendung von ‚Nicknames‘ zum Schutz persönlicher Daten hin.
Er erklärte, dass man sich nach dem Diebstahl persönlicher Daten an die Generalstaatsanwaltschaft wenden sollte.
Bozkurtlar betonte die Bedeutung der Verwendung von ‚Nicknames‘ in sozialen Medien und auf Online-Shopping-Seiten, abgesehen von E-Government-Systemen: „Wir sollten spezielle E-Mail-Adressen für soziale Medien und Shopping-Seiten verwenden. Wir müssen unsere persönlichen Daten in E-Government- und Online-Banking-Systemen verwenden, aber auch dort müssen wir eine Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen. Wenn wir auf jeder Plattform einen anderen Nickname verwenden, ist es viel einfacher zu verstehen, woher unsere Daten gestohlen wurden. Außerdem ist es sehr wichtig, individuell eine ‚Cybersicherheitsversicherung‘ abzuschließen. Denn wenn beispielsweise Ihre persönlichen Daten bei einer staatlichen Institution auftauchen, können Sie ein rechtliches Verfahren einleiten und Schadensersatz fordern“, sagte er.
WENN IHRE PERSÖNLICHEN DATEN GESTOHLEN WURDEN…
Bozkurtlar erklärte, dass man sich bei Kenntnis des Ortes, an dem die persönlichen Daten gestohlen wurden, an die Generalstaatsanwaltschaft wenden, über die Website des Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten (KVKK) eine Beschwerde einreichen oder über UYAP Vatandaş oder CİMER Anzeige erstatten könne.
Bozkurt fügte hinzu: „Beim Online-Banking oder bei YSK-Daten oder İSKİ-Daten werden Daten erbeutet. Der Staat muss hierfür Regulierungen schaffen, es gibt keine konkrete, ausgearbeitete Arbeit. Wenn Sie den Ort, an dem Ihre persönlichen Daten entwendet wurden, genau identifiziert haben, können Sie die entsprechende Institution anzeigen.“