Die Drogenfalle für Jugendliche: Erneute Debatte nach dem erschütternden Mord in Fatih... 'Wir werden bald ein Narco-Staat sein'

Die brutale Ermordung zweier junger Frauen durch Semih Çelik in Istanbul hat die Türkei erschüttert und die Debatte über den Drogenkonsum unter Jugendlichen neu entfacht. Der Journalist Yılmaz Özdil erklärte in einem Video, dass afghanische Migranten Methamphetamin in die Türkei einschleusen und das Land zu einem Absatzmarkt für diese Droge geworden sei. Özdil warnte: "Wenn der Drogenhandel in der Türkei weiterhin so geduldet wird, werden wir zu einem Narco-Staat."

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Der brutale Mord, der sich am Freitag im Istanbuler Stadtteil Fatih ereignete, beherrscht weiterhin die Schlagzeilen in der Türkei. Der 19-jährige Täter Semih Çelik tötete im Abstand von einer halben Stunde erst seine Ex-Freundin İkbal Uzuner und dann seine neue Freundin Ayşenur Halil auf grausame Weise.

Semih Çelik stieg auf die Mauern von Edirnekapı, enthauptete die von ihm ermordete İkbal Uzuner und warf den Kopf in die Tiefe. Anschließend legte sich der mutmaßliche Täter eine Schlinge um den Hals und beging durch einen Sprung von den Mauern Suizid.

Während das erschütternde Ereignis die gesamte Türkei unter Schock versetzte, rückten der Drogenkonsum unter Jugendlichen und der immer leichtere Zugang zu Betäubungsmitteln erneut in den Fokus. Insbesondere Aufnahmen von Jugendlichen, die mitten auf der Straße Drogen konsumieren und unter deren Einfluss die Kontrolle verlieren, verbreiten sich in den sozialen Medien rasant und stoßen auf große Empörung. Zudem war der Drogenverkauf an Kinder vor Grund- und weiterführenden Schulen bereits zuvor ein zentrales Thema.

'AFGHANEN TRANSPORTIEREN, DIE IRANISCHE MAFIA PRODUZIERT'

Der Journalist und Autor Yılmaz Özdil äußerte sich heute in einem auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten Video sehr deutlich zum Drogenschmuggel, -handel, zur Beschaffung und zum Konsum in der Türkei.

Özdil wies auf die afghanischen Migranten hin, die illegal in die Türkei einreisen, und sagte: "Der weltweit größte Produzent von Methamphetamin ist Afghanistan. Es ist billiger als Heroin und macht weitaus stärker abhängig. Was haben wir getan? Wir haben diese Afghanen zu Fuß in die Türkei gelassen. Die Afghanen transportieren das Material, und die in Istanbul ansässige iranische Mafia produziert es."

'KOKAIN IST BIS IN DIE AKP-ZENTRALE VORGEDRUNGEN'

Özdil erklärte, dass der Konsum von Methamphetamin seit der Einreise afghanischer Migranten in der Türkei zugenommen habe: "Methamphetamin hat sich wie ein Waldbrand ausgebreitet. Auch bei Heroin und Kokain gibt es einen erschreckenden Anstieg. Kokain ist sogar bis in die Zentrale der AKP vorgedrungen. Es gibt einen schrecklichen Anstieg bei Heroin und Kokain in der AKP, aber zumindest sind wir bei Heroin und Kokain noch ein Transitland. Das heißt, es kommt rein und geht wieder raus. Bei Methamphetamin sind wir jedoch zu einem Absatzmarkt geworden. Es wird hier produziert und verkauft."

Özdil betonte, dass Methamphetamin den menschlichen Körper von innen heraus zersetze, zu Gewichtsverlust, Halluzinationen und schließlich zum Tod führe. Er wies zudem darauf hin, dass das Einstiegsalter für Methamphetamin in der Türkei auf 15 Jahre gesunken sei, was zeige, dass die Droge direkt auf Jugendliche abziele.

Yılmaz Özdil, der feststellte, dass Drogen besonders in konservativen und einkommensschwachen Vierteln verbreitet seien, verwies auf einen Bericht der Stiftung für Sozialdemokratie (SODEV) zum Drogenkonsum in armen Stadtteilen und sagte:

'IN ALLEN 81 PROVINZEN GIBT ES METHAMPHETAMIN'

"Drogen werden sogar in Wettbüros und Shisha-Cafés angeboten, es ist mittlerweile sehr einfach. Es gibt einen Bericht der türkischen Generaldirektion für Sicherheit: Die Türkei, die früher ein Transitland war, ist zu einem Absatzmarkt geworden. Auf der offiziellen Website der Generaldirektion für Sicherheit steht: In allen 81 unserer Provinzen gibt es Methamphetamin."

Özdil bezeichnete die Türkei aufgrund der Drogenproblematik als eine Mischung aus Mexiko und Afghanistan und fügte hinzu: "Das Übel, das man Drogen nennt, hat die Politik infiltriert. Wenn der Drogenhandel in der Türkei weiterhin so geduldet wird, dann steht es unmittelbar bevor; passen Sie auf, wir werden ein Narco-Staat."

Yılmaz Özdil ging auch auf den schrecklichen Mord vom Freitag und den Fall der Polizistin Şeyda Yılmaz ein, die von Yunus Emre Geçti getötet wurde, und sagte:

'UNSERE KINDER WERDEN DEN PREIS FÜR UNSERE SÜNDEN ZAHLEN'

"Unsere Kinder und Enkelkinder werden den Preis für unsere Sünden zahlen. Wenn wir so weitermachen, sollten wir uns darauf gefasst machen, jeden Tag solche Katastrophen zu erleben – wie die erschreckenden Szenen an den Mauern von Edirnekapı oder die Ermordung unserer Polizistin, allesamt drogeninduzierte Tragödien."

Özdil warnte die Familien eindringlich vor der Gefahr durch Drogen und Methamphetamin und schloss mit den Worten:

"Ich warne Familien mit schulpflichtigen Kindern hier noch einmal freundschaftlich, kollegial und mit der Ethik des Journalistenberufs: Diese Angelegenheit hat ein sehr gefährliches Ausmaß angenommen. Der Staat macht seine Arbeit nicht, er tut nicht, was nötig ist, mein Bruder. Kümmert euch um eure Kinder."