Die Gefahr durch das 'heiße Geld' aufgrund hoher Zinsen: 'Es kann genauso schnell wieder verschwinden, wie es gekommen ist'

Während der Zufluss von ausländischem 'heißem Geld' in die Türkei aufgrund der hohen Zinsen in den letzten Monaten zugenommen hat, wurde in der britischen Zeitung Financial Times eine bemerkenswerte Analyse veröffentlicht, die vor den Risiken warnt.

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Gegenüber der britischen Zeitung Financial Times äußerten ausländische Fondsmanager und ein türkischer Wirtschaftsvertreter Bedenken, dass das 'heiße Geld', das in letzter Zeit aufgrund der hohen Zinsen in die Türkei geflossen ist, bei einem plötzlichen globalen oder lokalen Schock schnell wieder abfließen könnte.

In der Analyse unter der Überschrift "Händler investieren Milliarden Dollar in die türkische Lira" wird betont, dass Fonds zwar in die Türkei strömen, um von den hohen Zinsen zu profitieren, diese Situation das Land jedoch anfällig für plötzliche Marktveränderungen machen könnte.

CARRY-TRADE-ZUFLÜSSE UND DIE LAGE DER TÜRKEI

In dem Bericht wird auf den 'Carry-Trade'-Zufluss hingewiesen – eine Strategie, bei der man sich zu niedrigen Kosten verschuldet, um in Währungen mit hoher Rendite zu investieren. Es wird darauf hingewiesen, dass die türkische Lira seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar um 18 Prozent an Wert gewonnen hat. Seit Oktober 2023 flossen insgesamt 24 Milliarden Dollar an Carry-Trade-Geldern in die Türkei, während in den letzten zwölf Monaten ausländische Investitionen in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar in türkische Staatsanleihen getätigt wurden.

SCHNELLES GELD UND ANLEGERVERTRAUEN

Die Analyse warnt davor, dass ein Großteil der Zuflüsse in die Türkei aus "schnellem Geld" besteht und es daher bei einem möglichen Schock zu einem raschen Abfluss kommen könnte. Kieran Curtis von der Investmentgesellschaft Abrdn sagte: "Der Anteil des schnellen Geldes bei solchen Transaktionen nimmt zu, was sie anfälliger für eine Umkehr macht."

Ein türkischer Wirtschaftsvertreter teilte diese Ansicht und räumte ein, dass externe Schocks unentschlossene Anleger aus den türkischen Märkten vertreiben könnten.

RISIKEN FÜR LOKALE SPARER

Hedgefonds-Manager wiesen neben dem Interesse an der Türkei auch auf das Risiko hin, dass lokale Sparer das Vertrauen in die Lira verlieren könnten.

Während festgestellt wurde, dass der Anstieg der Reserven der Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) einen gewissen Schutz gegen den Abfluss von ausländischem 'heißem Geld' bieten könnte, wurde angemerkt, dass groß angelegte ausländische Direktinvestitionen bisher noch nicht erfolgt sind.

Charlie Robertson, Chef der Makrostrategie bei FIM Partners, erklärte, dass Mehmet Şimşek den Investoren zwar Vorhersehbarkeit bieten könne, die Ergebnisse jedoch erst in einigen Jahren sichtbar sein würden.