Die neue Generation krimineller Organisationen... 'Tas-Kafa'-Banden! Auch Murat Övüç in Anklageschrift genannt

Banden locken Jugendliche mit Posts über ein luxuriöses Leben in den sozialen Medien in ihre Netze. Die Aktivitäten krimineller Organisationen, die auf junge Altersgruppen abzielen, nehmen stetig zu.

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In jüngster Zeit erregen die Aktivitäten der neuen Generation krimineller Organisationen in der Türkei, die über soziale Medien abgewickelt werden, Aufmerksamkeit. Insbesondere die von Influencern genutzten Social-Media-Plattformen bereiten den Boden dafür, dass Banden gezielt Jugendliche ins Visier nehmen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Banden Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren als „risikoarme, aber ertragreiche“ Arbeitskräfte einsetzen und soziale Medien zu einem Werkzeug der kriminellen Welt geworden sind.

KINDER AUS ARMEN FAMILIEN IM VISIER

Die Banden locken Kinder aus armen Familien mit dem Versprechen auf schnellen Reichtum in ihre Fallen. Jugendliche lassen sich von den Posts über ein luxuriöses Leben in den sozialen Medien blenden und geraten in diese Netzwerke. Die Banden ziehen mit dem starken Image, das sie in den sozialen Medien aufbauen, die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf sich und binden sie in ihre kriminellen Netzwerke ein.

DIE ALTERSGRUPPE 15-18 JAHRE WIRD BEVORZUGT

Die Banden bevorzugen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren, da die strafrechtlichen Sanktionen für diese Gruppe geringer sind. Diese Altersgruppe wird als „am schnellsten formbar“ und „leicht lenkbar“ beschrieben. Die Jugendlichen werden häufig für Straftaten wie den Transport von Drogen mit Motorrädern, als Ausguck oder sogar für Schießereien eingesetzt. Die Banden betrachten diese Altersgruppe als „risikoarme, aber ertragreiche“ Arbeitskraft.

Um die Jugendlichen zu erreichen, werden meist Plattformen wie TikTok, Instagram und Telegram genutzt. Eine dieser Banden in der Türkei ist als die in Istanbul zerschlagene kriminelle Organisation „Taşlar“ bekannt. Es wird berichtet, dass über soziale Medien Kontakt zu den Jugendlichen aufgenommen wird und Gewaltvideos sowie Drohungen auf diesen Plattformen geteilt werden.

KONFLIKTE WERDEN LIVE ÜBERTRAGEN

Dem Bericht der Zeitung Türkiye zufolge enthält die von der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy erstellte Anklageschrift Informationen darüber, dass die Banden ihre Konflikte mit anderen kriminellen Organisationen live übertragen. Diese Auseinandersetzungen werden regelrecht als Spektakel inszeniert und über soziale Medien zur Schau gestellt.

AUCH DER NAME MURAT ÖVÜÇ IN DER ANKLAGESCHRIFT

Zuletzt tauchte im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Bande auch der Name des Influencers Murat Övüç auf. In der Anklageschrift heißt es, dass die Bandenmitglieder Övüç töten wollten und seine Geschäftsräume geplündert wurden. Övüç wird als eines der Opfer identifiziert, die von der kriminellen Organisation ins Visier genommen wurden.

Die Banden verhandeln im Internet auch über Auftragsmörder. So erregt beispielsweise die Bande „Casperlar“ mit ihren Verhandlungen über soziale Medien zur Beschaffung von Auftragsmördern Aufmerksamkeit. Zudem finden sich unter den Beiträgen der Bandenmitglieder in den sozialen Medien Drohbotschaften und gewalthaltige Videos.

FRISUREN VERRATEN BANDENMITGLIEDER

Die Banden fallen auch durch ihre speziellen Frisuren und markanten Bartstile auf. Der „Tas-Kafa“-Schnitt (Topfschnitt) sticht als eines der markantesten Merkmale der Bandenmitglieder hervor. Diese Frisur ist zu einem Symbol der Bandenkultur geworden. Es ist bekannt, dass auch die Anführer der Banden diesen Haarschnitt tragen.

IN EL SALVADOR VERBOTENE „TAS-KAFAS“

Unterdessen haben die Behörden in El Salvador den Topfschnitt im August verboten. Das Land begründete die Entscheidung damit, dass dieser Haarschnitt mit der „Gangsterkultur“ assoziiert werde, und erließ ein Verbot für den Topfschnitt auf den Straßen.