Die Worte von Tuncay Sonel vor dem Verschwinden von Gülistan Doku sorgen erneut für Aufsehen: 'Unsere Frauen können sich frei auf den Straßen bewegen'

Im Zuge der Ermittlungen zum Verschwinden von Gülistan Doku in Tunceli sind die Äußerungen des damaligen Gouverneurs Tuncay Sonel, die er 19 Tage zuvor bei einer Konferenz zum Kampf gegen Gewalt an Frauen getätigt hatte, erneut in den Fokus gerückt.

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Im Fall der 2020 in Tunceli verschwundenen Gülistan Doku, von der seitdem jede Spur fehlt, hat es eine wichtige Entwicklung gegeben. Eine Rede des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, die er 19 Tage vor dem Verschwinden Dokus auf einer Konferenz zum Kampf gegen Gewalt an Frauen hielt, sorgt für Aufmerksamkeit.

ER SAGTE: „UNSERE FRAUEN KÖNNEN SICH FREI AUF DEN STRASSEN BEWEGEN“

Am 17. Dezember 2019 kamen neue Details über die vom damaligen Gouverneur Tunceli, Tuncay Sonel, geleitete „Koordinationssitzung zum Kampf gegen Gewalt an Frauen“ ans Licht. An der Sitzung nahmen auch der im Rahmen der Ermittlungen zum Fall Doku verhaftete ehemalige Chefarzt Çağdaş Özdemir, der damalige İŞKUR-Provinzdirektor Özdemir Aktaş, der wegen Vorwürfen der Druckausübung auf die Familie nach dem Verschwinden von Doku suspendiert wurde, sowie weitere Behördenvertreter teil. Während der Sitzung erklärte Gouverneur Sonel, dass Frauen in Tunceli sich bis spät in die Nacht frei auf den Straßen bewegen könnten und dies ein Klima des Friedens schaffe, und sagte dazu:

„Glücklicherweise können sich unsere Frauen und Kinder bis spät in die Nacht frei bewegen. Ich danke unseren heldenhaften Sicherheitskräften, der Gendarmerie und unserer Polizei für die Gewährleistung dieses friedlichen Umfelds.“

Sonel betonte, dass Tunceli eine beispielhafte Stadt in Bezug auf Frauenrechte sei, und sagte: „Wir werden dafür kämpfen, dass es keine Gewaltakte gegen Frauen gibt.“ Zudem ging er auf den Messermord an der Studentin Ceren Özdemir in Ordu am 4. Dezember 2019 ein. „Das macht uns alle sehr traurig. Ich hoffe, dass solche unmenschlichen Vorfälle in Tunceli und anderen Provinzen nicht vorkommen“, sagte er und betonte die gesellschaftliche Verantwortung. Sonel erklärte zudem, dass man auf der Sitzung darüber diskutiert habe, welche Schritte im Kampf gegen Gewalt an Frauen unternommen werden sollten.

MEHRERE VERDÄCHTIGE WURDEN VERHAFTET

Die nach dem Verschwinden von Gülistan Doku eingeleiteten Ermittlungen führten zu bedeutenden Verhaftungen. Im Rahmen der Ermittlungen wurde Erdoğan Elaldı, ein Mitarbeiter der damaligen Provinzverwaltung, der als letzte Person mit Doku in Kontakt stand, wegen „vorsätzlicher Tötung“ verhaftet. Der ehemalige Freund von Doku, Zeinal Abarakov, dessen Familie sowie verschiedene Beamte wurden ebenfalls wegen Straftaten wie dem Verbergen und Vernichten von Beweismitteln verhaftet. Der ehemalige Chefarzt Çağdaş Özdemir, der wegen des Vorwurfs der Löschung von Krankenhausunterlagen von Gülistan Doku festgenommen wurde, war eine weitere prominente Person, die verhaftet wurde.

Im Zuge der Ermittlungen fiel auch der Name Tuncay Sonel. Sonel wurde wegen Vorwürfen wie „Verbergen von Beweismitteln“, „Behinderung von Daten in einem IT-System“ sowie „Beschädigung, Vernichtung oder Verbergen offizieller Dokumente“ verhaftet. Während die Ermittlungen unmittelbar nach dem Verschwinden von Doku begannen, nahmen die Zweifel an einigen Beamten und Verdächtigen in Tunceli zu, und die Untersuchungen wurden vertieft.

Zu den weiteren Personen, die nach dem Verschwinden von Gülistan Doku verhaftet wurden und als Verdächtige im Rahmen der Ermittlungen geführt werden, gehören Şükrü Eroğlu, der ehemalige Personenschützer des damaligen Gouverneurs Tuncay Sonel, der ehemalige İŞKUR-Provinzdirektor Özdemir Aktaş sowie mehrere Personen, die mit den Verdächtigen in Verbindung stehen. Zudem wurden einige Sicherheitskräfte in Tunceli im Rahmen der Ermittlungen befragt.