Scharfe Kritik von ehemaligem AKP-Abgeordneten! 'Eine Partei, die als „Bewegung der Tugendhaften“ antrat...'

Der ehemalige AKP-Abgeordnete und Karar-Kolumnist Mehmet Ocaktan äußerte scharfe Kritik am 24. Jahrestag der Parteigründung. Ocaktan erklärte: „Die AKP-Regierung, die Recht, Gerechtigkeit und Leistungsprinzip beiseite geschoben hat, versucht an ihrem 24. Jahrestag ihr Glück darin zu finden, Bürgermeister der CHP ins Gefängnis zu bringen, da sie die emotionale Bindung zum Volk verloren hat.“

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Der ehemalige AKP-Abgeordnete und Karar-Kolumnist Mehmet Ocaktan äußerte sich kritisch zum 24. Jahrestag der AKP-Gründung. Er wies darauf hin, dass die Partei, die einst als „Bewegung der Tugendhaften“ auf die politische Bühne trat, heute in die Lage geraten sei, durch den Übertritt der CHP-Bürgermeisterin von Aydın, Özlem Çerçioğlu, Begeisterung erzeugen zu müssen.

Ocaktan betonte, dass die AKP Recht, Gerechtigkeit und Leistungsprinzip längst aufgegeben habe und dadurch die Verbindung zum Volk verloren gegangen sei. Als Folge dieser Entfremdung greife die AKP an ihrem Jahrestag zu Methoden wie dem unethischen Abwerben von Bürgermeistern oder deren Inhaftierung.

„Die AK-Partei setzt heute all jene Prinzipienlosigkeiten, die sie in der Vergangenheit kritisierte, fast wie ein Beispiel für Tugend um“, so Ocaktan, der das aktuelle Bild der Partei scharf verurteilte.

Ocaktan führte in seinem Artikel zudem folgende Aussagen aus:

„Die AK-Partei feierte am 14. August ihren 24. Jahrestag. Der politisch bemerkenswerteste Aspekt dieser Feier ist, dass eine Partei, die als ‚Bewegung der Tugendhaften‘ antrat, nun auf die Begeisterung angewiesen ist, die durch den Übertritt der CHP-Bürgermeisterin von Aydın, Özlem Çerçioğlu, entstehen soll.

Sagen wir es ohne Umschweife: Die AKP-Regierung, die Recht, Gerechtigkeit und Leistungsprinzip beiseite geschoben hat, versucht an ihrem 24. Jahrestag ihr Glück darin zu finden, CHP-Bürgermeister mit unethischen Methoden abzuwerben oder sie ins Gefängnis zu bringen!..

Doch sie sollte wissen, dass dieses ‚Glück‘ nur ein falscher Frühlingswind ist. Denn von jener AKP, die auf die Forderungen und Erwartungen des Volkes einging und deshalb das Vertrauen der Menschen genoss, ist heute nichts mehr übrig…“

Ocaktan betonte, dass sich die Partei auch von ihren Gründungsidealen entfernt habe, und bewertete die Lage wie folgt:

„Leider konnte sich die türkische Politik seit Einführung des Mehrparteiensystems nicht davon befreien, die Macht, die sie bei Wahlen vom Volkswillen erhält, ohne dessen Zustimmung zu vermarkten. Unsere politische Geschichte ist voll von Beispielen für Politiker, die den Volkswillen zum Verkauf anboten. Doch diese ‚Wendehals-Mentalität‘ hatte in der türkischen Politik nie eine Zukunft, und diese Politiker sind in den staubigen Archiven der Geschichte in Vergessenheit geraten.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass die AK-Partei, die vor 24 Jahren mit dem Versprechen antrat: ‚Mit der prinzipientreuen Politik unserer Partei werden sowohl die tief verwurzelten Probleme unseres Landes gelöst als auch das erschütterte Vertrauen des Volkes in die politischen Institutionen wiederhergestellt‘, heute all jene Prinzipienlosigkeiten, die sie einst kritisierte, fast wie ein Beispiel für Tugend umsetzt. Zweifellos hat die AKP nicht nur die prinzipientreue Politik aufgegeben, sondern auch die Ideale von Recht, Gerechtigkeit, Freiheit und Entwicklung, die sie sich einst als Ziel gesetzt hatte.“