Ehemaliger Parlamentspräsident Şentop warnt CHP vor mangelnder „Höflichkeit und Niveau“
Der ehemalige Parlamentspräsident Mustafa Şentop äußerte sich kritisch zur politischen Sprache und zum Verständnis der Opposition in der Türkei. Şentop betonte, dass zwischen unterschiedlichen Ansichten Gemeinsamkeiten gefunden werden könnten, und forderte, diese Bereiche in der Politik stärker in den Vordergrund zu rücken.
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Şentop betonte die Bedeutung gemeinsamer Nenner in der Politik und erklärte, dass das Verständnis von Opposition nicht allein auf Widerspruch basieren dürfe. Insbesondere an die CHP gerichtet, forderte er, dass Kritik statt durch harte Rhetorik durch Höflichkeit und Eleganz geprägt sein sollte.
In einer Sendung auf Ekol TV äußerte sich Şentop wie folgt:
„Es gibt in der Türkei tatsächlich viele Themen, auf die wir uns einigen können“, sagte Şentop und betonte, dass unterschiedliche Ansichten nicht bedeuten müssten, alles abzulehnen. Er erklärte, dass die Opposition Schwierigkeiten habe, diese Unterscheidung zu treffen, und fügte hinzu: „Wir sollten nicht davor zurückschrecken, die Themen aufzuzeigen, bei denen wir uns einig sind. Denn nur auf dieser Grundlage können wir auch unsere Differenzen konstruktiv angehen.“
KRITIK VON ŞENTOP AN DER CHP
Şentop wies auch auf die in politischen Debatten verwendete Sprache hin und behauptete, dass insbesondere die Cumhuriyet Halk Partisi in letzter Zeit einen harten und beleidigenden Ton gewählt habe.
„Alles zu sagen, was einem in den Sinn kommt, ist keine Politik“
Beleidigungen seien eine „einfache Sprache“, so Şentop. „Das kann jeder. In der Politik kommt es jedoch darauf an, selbst die schärfste Kritik elegant und geistreich zu formulieren. Einfach plump und grob in ein Thema einzusteigen und die Augen zu schließen und alles herauszuposaunen, was einem in den Sinn kommt, ist eigentlich keine Politik“, sagte er.
„Kritik muss in einem angemessenen Ton geäußert werden“
Şentop erklärte, dass die Polarisierung in der Politik durch ein fanatisches Verständnis genährt werde, und sagte, dass politische Beobachter gelegentlich Reflexe zeigten, die denen von Fußballfans ähnelten. Er unterstrich die Bedeutung von Höflichkeit und gesundem Menschenverstand in der Politik und resümierte: „Kritik wird es immer geben, aber sie sollte nicht mit Beleidigungen, sondern in einem angemessenen Ton geäußert werden.“