Ehemaliger stellvertretender MASAK-Vorsitzender hinterfragt Hintergründe der Ahbap-Operation: 'Sind die Kızılay-Lobeshymnen Zufall?'

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der MASAK, Ramazan Başak, stellte in einer Erklärung Fragen zur rechtlichen und finanziellen Dimension der Ermittlungen, die für Aufsehen sorgen dürften.

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Nachdem der Künstler Haluk Levent aufgrund von Vorwürfen wie "illegalem Glücksspiel, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung" in Gewahrsam genommen wurde, hat sich nun auch ein Experte für Finanzkriminalität und Wirtschaftsprüfung in die öffentliche Debatte eingeschaltet. Ramazan Başak, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Finanzkriminalitäts-Untersuchungsrates (MASAK), stellte in einer Erklärung über seinen Social-Media-Account Fragen zur rechtlichen und finanziellen Dimension der Ermittlungen, die für erhebliches Aufsehen sorgen dürften.

In seinem bemerkenswerten Beitrag markierte Başak zudem Justizminister Akın Gürlek sowie den Minister für Schatz und Finanzen, Mehmet Şimşek, und adressierte damit direkt die Verantwortlichen der Wirtschafts- und Justizverwaltung.

"KIZILAY-LOBESHMYNEN UND LYNCHKAMPAGNE BEGANNEN GLEICHZEITIG"

Ramazan Başak wies darauf hin, dass nach der Entscheidung zur Ingewahrsamnahme in den sozialen Medien schnell eine Lynchkampagne gestartet wurde, und machte auf die zeitgleiche Verbreitung von Beiträgen aufmerksam, in denen der Türkische Rote Halbmond (Kızılay) gelobt wurde. Başak konzentrierte sich auf die Fragezeichen im Hintergrund der Ermittlungen und hinterfragte die Funktionsweise der Kontrollmechanismen.

"WARUM HABEN DIE VEREINSABTEILUNG UND DIE BANKEN DIES 5 JAHRE LANG NICHT BEMERKT?"

Başak wandte sich an die zuständigen Behörden bezüglich der Konten des AHBAP-Vereins und der angeblichen Glücksspieltransaktionen und listete folgende kritische Fragen auf:

Kontrolle durch die Vereinsabteilung: "Wenn mit Vereinsgeldern gewettet wurde, wie konnte die Vereinsabteilung des Innenministeriums diese Transaktionen über einen Zeitraum von 5 Jahren nicht feststellen?"

Verdachtsmeldungen der Banken: "Da sich das Geld von AHBAP auf einem Bankkonto befand, warum erregte die Glücksspieltransaktion in Höhe von 900 Millionen TL über diesen langen Zeitraum nicht die Aufmerksamkeit der betreffenden Banken im Hinblick auf verdächtige Transaktionen?"

"WIE KÖNNEN ERDBEBENHILFEN GEGENSTAND VON 'STRAFTATEN' UND 'GELDWÄSCHE' SEIN?"

Der ehemalige stellvertretende MASAK-Vorsitzende ging auch auf die rechtliche Dimension des Vorfalls und den Vorwurf der "Geldwäsche" ein und legte einen technischen Widerspruch auf Basis des türkischen Strafgesetzbuches (TCK) und der Finanzgesetzgebung dar:

Widerspruch zur Vortat: "Wenn von Geldwäsche die Rede ist, muss gemäß TCK Artikel 282 eine Vortat vorliegen. Da Vermögenswerte, die von Einzelpersonen und Institutionen zur Hilfe für Erdbebenopfer gesammelt wurden, unter normalen Umständen keine Erträge aus Straftaten sein können, wie konnte dann der Vorwurf der Geldwäsche überhaupt aufkommen?"

Gibt es einen MASAK-Bericht?: "Wenn der Vorwurf der Geldwäsche erhoben wird, hat MASAK dann gemäß dem Gesetz Nr. 5549 einen Bericht zur Geldwäsche erstellt?"

Während von offizieller Seite noch keine detaillierte Erklärung zum Prozess der Ingewahrsamnahme vorliegt, wird erwartet, dass diese technischen Fragen, die der ehemalige hochrangige Beamte Ramazan Başak im Namen der Öffentlichkeit aufgeworfen hat, die Diskussionen über den Verlauf der Ermittlungen in eine neue Dimension heben werden.