Ehemaliger YARSAV-Vorsitzender Ömer Faruk Eminağaoğlu bewertet Mehmet Uçums Äußerungen zur neuen Verfassung gegenüber 12punto

Der ehemalige YARSAV-Vorsitzende Ömer Faruk Eminağaoğlu sprach gegenüber 12punto über Mehmet Uçums Vorstoß für eine neue Verfassung und die Verhaftung des Journalisten Tolga Şardan.

Ercan Deniz Küçük

Ercan Deniz Küçük / 12punto

Der Architekt des Präsidialsystems, der stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses des Präsidialamtes, Mehmet Uçum, hat mit seinem Aufruf zu einer neuen Verfassung in der Öffentlichkeit Diskussionen über eine „dritte Kandidatur Erdoğans“ ausgelöst.

Zu diesem Thema antwortete Mehmet Uçum auf den Artikel des 12punto-Autors Doğan Satmış mit dem Titel „Warum will der Palast eine Verfassungsänderung?“ mit den Worten: „Ein sehr wichtiger Punkt wird übersehen. Für eine dritte Amtszeit ist ohnehin keine neue Verfassung nötig. Wenn die TBMM Anfang 2028 mit 360 Abgeordneten beschließt, die Wahlen zu erneuern, dann greift die ausnahmsweise Kandidatur und Präsident Erdoğan erhält das Recht, zum dritten und letzten Mal zu kandidieren.“

„DIESES VON DER YSK HERBEIGEFÜHRTE ERGEBNIS IST VERFASSUNGSWIDRIG“

Der ehemalige YARSAV-Vorsitzende Ömer Faruk Eminağaoğlu bewertete die Erklärungen von Mehmet Uçum.

Eminağaoğlu sagte gegenüber 12punto: „Das ist verfassungswidrig, aber die letzte Entscheidung der YSK hat dieses Ergebnis hervorgebracht. Dieses von der YSK herbeigeführte Ergebnis ist verfassungswidrig. Laut der letzten YSK-Entscheidung ist er wählbar, aber die YSK-Entscheidung wurde rechtswidrig getroffen.“

DIE VERHAFTUNG VON TOLGA ŞARDAN

Eminağaoğlu äußerte sich auch zu den Diskussionen in der Justiz und der Verhaftung des Journalisten Tolga Şardan: „Dies sind die Ergebnisse einer Justiz, die nicht vollkommen unabhängig ist. Dass die Presse nicht frei ist, ist ein Bild, das sich Regierungen immer wünschen. Was Şardan getan hat, ist rein journalistische Tätigkeit. Es ist keinesfalls ein Verbrechen. Wenn es keine unabhängige Justiz gibt, wird dies auf diese Weise als Verbrechen angesehen. Die Bedingungen für eine unabhängige Justiz und eine freie Presse sind weggefallen.“