Eilmeldung... Geforderte Strafe für Selçuk Tengioğlu nach Angriff auf Özgür Özel bekannt

Die Anklageschrift gegen Selçuk Tengioğlu, der den CHP-Vorsitzenden Özgür Özel beim Verlassen des Atatürk-Kulturzentrums (AKM) verbal und körperlich angriff, wurde fertiggestellt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von bis zu 4 Jahren und 6 Monaten.

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Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP), Özgür Özel, wurde am 4. Mai nach der Teilnahme an einer Trauerfeier im Atatürk-Kulturzentrum (AKM) in Istanbul-Beyoğlu beim Verlassen des Gebäudes angegriffen. Der Angreifer Selçuk Tengioğlu wurde nach einem Schlag ins Gesicht von Özel überwältigt und festgenommen. Der Vorfall löste in der Öffentlichkeit große Empörung aus.

TENGİOĞLU INHAFTIERT, VORSTRAFENREGISTER BEKANNT

Zwei Tage nach dem Vorfall, am Dienstag, dem 6. Mai, wurde Selçuk Tengioğlu vom zuständigen Friedensgericht inhaftiert; dabei kam auch sein Vorstrafenregister ans Licht. Das Justizministerium gab bekannt, dass der Verdächtige im Jahr 2004 zwei seiner Kinder getötet und zwei weitere verletzt hatte und zudem wegen zahlreicher Delikte wie Diebstahl und Bedrohung vorbestraft sei.

CHP-Chef Özel betonte, dass der Angriff kein Zufall gewesen sei: „Dies ist ein geplanter Angriff. Sie wollen, dass wir uns von der Straße zurückziehen. Aber wir werden uns nicht einmal einen Zentimeter beugen und keinen Schritt zurückweichen“, sagte er.

STAATSANWALTSCHAFT SCHLIESST ERMITTLUNGEN AB

Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zu dem Angriff abgeschlossen. In der erstellten Anklageschrift wurden die Details des Vorfalls dargelegt. Demnach verließ der Angreifer Tengioğlu am Morgen des 4. Mai um 08:30 Uhr das Apartmenthaus „Taksim 34“, in dem er untergebracht war, frühstückte in einem Hotel und begab sich anschließend vor das AKM.

Den Aufnahmen der Überwachungskameras zufolge wartete Tengioğlu dort etwa 2,5 bis 3 Stunden, bis er sah, wie der CHP-Vorsitzende Özgür Özel das Veranstaltungsgelände betrat, und wartete bis zum Ende der Zeremonie. Nach Abschluss der Zeremonie näherte sich Tengioğlu Özel und schlug ihm ins Gesicht.

KEINE ORGANISATIONSVERBINDUNGEN, ANGRIFF ALLEIN GEPLANT

In der Anklageschrift wurde festgehalten, dass alle Bewegungen des Angreifers bis zum Zeitpunkt des Vorfalls durch Überwachungskameras nachverfolgt und der Akte hinzugefügt wurden. Die Untersuchungen ergaben, dass Selçuk Tengioğlu keine Verbindungen zu einer Terrororganisation oder kriminellen Vereinigung hat.

Zudem wurden die Finanzkontobewegungen über die MASAK (Finanzkriminalitäts-Untersuchungsrat) geprüft und die HTS-Aufzeichnungen (Verbindungsdaten) aller GSM-Leitungen der letzten 5 Jahre untersucht, um festzustellen, ob weitere Personen an dem Angriff beteiligt waren. Den HTS- und MASAK-Daten zufolge konnte keine weitere Person identifiziert werden, die an dem Angriff mitgewirkt hätte.

„ICH HABE AUS EINEM MOMENT DER WUT GEHANDELT“

Die Anklageschrift enthält auch die Aussage des Verdächtigen. Tengioğlu gab an, die Vorwürfe zu akzeptieren. Er erklärte, er habe am Tag des Vorfalls eine Menschenmenge in Taksim gesehen und gewollt, an der Trauerfeier teilzunehmen. In diesem Moment habe er Özgür Özel gesehen und die Tat „aus einem Moment der Wut heraus“ begangen.

STRAFFORDERUNG VON BIS ZU 4 JAHREN UND 6 MONATEN

Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass der Verdächtige Selçuk Tengioğlu die Tat aufgrund der öffentlichen Funktion von Özgür Özel begangen habe. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten bis zu 4 Jahren und 6 Monaten wegen „vorsätzlicher Körperverletzung eines Amtsträgers aufgrund seiner Tätigkeit“. Die Anklageschrift wurde zur Prüfung an das zuständige Strafgericht (Asliye Ceza Mahkemesi) übermittelt.