Eilmeldung: Geforderte Strafe für Kerimcan Durmaz steht fest!

Gegen den inhaftierten Social-Media-Phänomen Kerimcan Durmaz, dem die Förderung illegaler Wetten vorgeworfen wird, wurde eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren und 3 Monaten gefordert.

İHA

Die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul hatte gegen das Social-Media-Phänomen Kerimcan Durmaz ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, da er Aktivitäten zur Förderung illegaler Wetten durchgeführt und Werbeinhalte unzulässig verbreitet haben soll.

Nachdem Durmaz am 7. Januar festgenommen und am darauffolgenden Tag vom Friedensstrafgericht Istanbul inhaftiert worden war, wurde das gegen ihn geführte Ermittlungsverfahren nun abgeschlossen.

In der von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul erstellten Anklageschrift ist die Spor Toto-Direktion als „geschädigte Partei“ und Kerimcan Durmaz als „Beschuldigter“ aufgeführt. Es wurde festgestellt, dass er durch die Förderung illegaler Wetten und Glücksspiele diese in der Gesellschaft normalisiert und alltäglich gemacht habe. In der Anklageschrift wird festgehalten, dass Durmaz durch die Teilnahme an Werbespots für illegale Wettseiten, die mit seinem Wissen gedreht wurden, dazu angestiftet habe, an Wetten oder Glücksspielen teilzunehmen. Da Durmaz über eine große Anzahl an Followern verfüge und ein breites Publikum anspreche, stellten seine Handlungen eine Gefahr dar, normalisierten illegale Wetten und Glücksspiele in der Gesellschaft und schadeten der Allgemeinheit.

„WIE WÄRE ES MIT CASINOS UND SO“

In der Anklageschrift wird zudem vermerkt, dass der Beschuldigte Durmaz zwar bestreite, die ihm zur Last gelegten Vorwürfe begangen zu haben, die Untersuchung der entsprechenden Aufnahmen jedoch zeige, dass er sich in dem Moment, als die Werbung für die illegalen Wettseiten auf einem LED-Bildschirm eingeblendet wurde, umgedreht habe. Es widerspreche dem gewöhnlichen Lauf des Lebens, dass er die auf den Bildschirmen gezeigten Inhalte nicht gesehen habe; zudem habe er in diesem Moment Äußerungen wie „wie wäre es mit Casinos und so“ getätigt.

FORDERUNG NACH BIS ZU 5 JAHREN UND 3 MONATEN HAFT

In der Anklageschrift wird gefordert, den Beschuldigten Kerimcan Durmaz wegen des Tatbestands der „Anstiftung von Personen zur Teilnahme an festen oder gemeinsamen Wetten oder Glücksspielen auf der Grundlage von Sportereignissen durch Werbung oder auf andere Weise“ in Tateinheit zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten bis zu 5 Jahren und 3 Monaten zu verurteilen. Die Anklageschrift wird derzeit vom zuständigen erstinstanzlichen Strafgericht (Asliye Ceza Mahkemesi) geprüft.

EINSPRUCH GEGEN INHAFTIERUNG ABGELEHNT

Durmaz hatte über seine Anwältin Müge Doğan Einspruch gegen seine Inhaftierung eingelegt.

Der beim 10. Friedensstrafgericht Istanbul eingereichte Antrag wurde vom zuständigen Bereitschaftsgericht abgelehnt.