Eilmeldung im Missbrauchsfall, der die Türkei bewegt!
Im Fall von H.K.G., die im Alter von 6 Jahren sexuell missbraucht wurde, hat der Kassationsgerichtshof die gegen die Angeklagten verhängten Urteile aus formalen Gründen aufgehoben. Der Fall wurde zur erneuten Prüfung an das Regionalgericht Istanbul verwiesen.
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Im Fall von H.K.G., der Tochter von Yusuf Ziya Gümüşel, dem Gründer der zur İsmailağa-Gemeinde gehörenden Hiranur-Stiftung, die bereits im Alter von 6 Jahren unter dem Deckmantel einer religiösen Ehe mit dem Gemeindemitglied Kadir İstekli verheiratet wurde und jahrelang sexuell missbraucht wurde, beginnt ein neues Gerichtsverfahren.
Die 9. Strafkammer des Kassationsgerichtshofs (Yargıtay) hat die Akte auf formale Aspekte hin geprüft und die zuvor gegen die Angeklagten ergangenen Verurteilungen aufgehoben.
WIE VERLIEF DER PROZESS BISHER?
Der Angeklagte Kadir İstekli war zunächst vom 2. Schwurgericht Istanbul zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil wurde vom Berufungsgericht als unzureichend aufgehoben, wobei betont wurde, dass İstekli sowohl wegen „sexuellen Missbrauchs von Kindern“ als auch wegen „sexueller Nötigung“ hätte verurteilt werden müssen.
Im erneuten Verfahren wurde İstekli diesmal zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 36 Jahren für zwei getrennte Straftaten verurteilt. Der Vater, Yusuf Ziya Gümüşel, erhielt eine Haftstrafe von 18 Jahren und 9 Monaten. Die Akte der Mutter wurde abgetrennt und in ein separates Gerichtsverfahren überführt.
KASSATIONSGERICHT: FORMFEHLER BEGANGEN
Die 9. Strafkammer des Kassationsgerichtshofs befand es für verfahrensfehlerhaft, dass das Berufungsgericht die Akte nach seinem eigenen Aufhebungsbeschluss an das erstinstanzliche Gericht zurückverwiesen hatte. In der Entscheidung wurde dargelegt, dass das Berufungsgericht die Akte nach seiner eigenen Aufhebung selbst hätte behandeln müssen.
In diesem Rahmen entschied der Kassationsgerichtshof, die Akte an die 20. Strafkammer des Regionalgerichts Istanbul zu senden. Im weiteren Verlauf wird die Akte nun von dieser Kammer neu bewertet.
ERNEUTE VERHANDLUNG VOR DEM BERUFUNGSGERICHT
Diese Entscheidung des Kassationsgerichtshofs läutet eine neue Phase in dem Fall ein. Das Regionalgericht Istanbul wird die Urteile des erstinstanzlichen Gerichts erneut prüfen.