Eilmeldung: Razzia bei der CHP-geführten Stadtverwaltung Üsküdar! 20 Personen festgenommen

Bei einer Razzia in der CHP-geführten Stadtverwaltung Üsküdar wurden 20 Personen festgenommen. Es wurde bekannt, dass das Rathaus durchsucht wurde.

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Im Rahmen einer Untersuchung der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anatolien wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten bei Genehmigungsverfahren und Bestechung wurde eine Razzia bei der Stadtverwaltung Üsküdar durchgeführt.

An 30 Adressen wurden zeitgleich Razzien durchgeführt und 20 Personen festgenommen. Zahlreiche digitale Datenträger wurden beschlagnahmt.

Es wurde bekannt, dass Polizeieinheiten das Rathaus durchsuchten.

DIE NAMEN DER FESTGENOMMENEN SIND BEKANNT

FİLİZ DEVECİ - STELLVERTRETENDE BÜRGERMEISTERIN

NAZIM AKKOYUNLU - GENERALDIREKTOR DER KENT A.Ş.

BARKIN EGE TEKKÖKOĞLU - ARCHITEKT DER KENT A.Ş.

ÖZGÜR CEYLAN - ARCHITEKT DER KENT A.Ş.

HAKAN YAVUZ - BAUÜBERWACHUNGSLEITER

AHMET İŞMAN - PROJEKTBEGLEITER

VEYSEL KÖSE - PROJEKTBEGLEITER

CEYHAN HAN - PROJEKTBEGLEITER

BURÇİN ÇEVİK - PROJEKTBEGLEITER

YASİN KARABAŞ - PROJEKTBEGLEITER

ENGİN ARAZ - BAUUNTERNEHMER

SİNAN SARIOĞLU - BAUUNTERNEHMER

KADİR KARADAĞ - BAUUNTERNEHMER

UFUK GÜNDÜZ - BAUUNTERNEHMER

EYÜP MERİÇ - BAUUNTERNEHMER

MURAT ARMAĞAN - BAUUNTERNEHMER

HAKAN MANSIZ - BAUUNTERNEHMER

ERDEM ALKAN - BAUUNTERNEHMER

YILMAZ KOZAN - BAUUNTERNEHMER

MEHMET ATİLLA GÜNERİ - BAUUNTERNEHMER

ERKLÄRUNG DER GENERALSTAATSANWALTSCHAFT

In einer Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anatolien zur Razzia heißt es:

Im Rahmen der Ermittlungen, die unter der Koordination des Sonderermittlungsbüros der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anatolien geführt werden, wurden infolge der Arbeiten der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität der Istanbuler Polizeidirektion folgende Erkenntnisse gewonnen: 

 Es wurde festgestellt, dass dem Generaldirektor der städtischen Tochtergesellschaft Kent A.Ş. (N.A.) im Rathaus von Üsküdar ein Büro zugewiesen wurde, das sich zwischen der Direktion für Stadtplanung und der Direktion für Bauüberwachung befand – jenen Abteilungen, die für die Erteilung von Baugenehmigungen und Nutzungsgenehmigungen zuständig sind. Zudem wurde festgestellt, dass der Betreffende an seinem Türschild den Titel 'Stellvertretender Bürgermeister' verwendete und bei zahlreichen offiziellen Veranstaltungen und Programmen als solcher vorgestellt wurde, was auch durch öffentlich zugängliche Daten belegt ist.

Es wurde festgestellt, dass die städtische Tochtergesellschaft Kent A.Ş., die eigentlich keine entsprechende Befugnis hatte, als Tarnorganisation genutzt wurde, um von Bauunternehmern im Prozess der Baugenehmigung rechtswidrige Einnahmen für Dienstleistungen zu erzielen, die in Wirklichkeit gar nicht erbracht wurden.

Obwohl die Direktion für Stadtplanung die zuständige Behörde für Baugenehmigungen ist, fanden Verhandlungen zwischen Bauunternehmern und der städtischen Tochtergesellschaft Kent A.Ş. statt. Mitarbeiter der Kent A.Ş. kontrollierten die Beamten der Stadtplanung, obwohl sie dazu nicht befugt waren. Um Anweisungen darüber zu erhalten, welche Anträge vorangetrieben und welche ausgesetzt werden sollten, wurde eine Excel-Tabelle mit einer verschlüsselten, geschlossenen Kommunikationsverbindung erstellt, in der die Grundstücke farblich markiert wurden. Je nach Farbcode wurden die Verfahren durch die zuständige Direktion für Stadtplanung der Stadtverwaltung Üsküdar entsprechend vorangetrieben oder gestoppt.

In der Excel-Liste, die als verschlüsseltes Kommunikationsnetz zwischen Kent A.Ş. und der Direktion für Stadtplanung diente, wurden die Zeilen für die jeweiligen Grundstücke in Blau, Rot, Grün und Orange markiert. Gemäß dieser Farbcodierung bedeuteten die Farben:

 'Blau' bedeutete, dass eine Einigung erzielt wurde und die Arbeiten fortgesetzt werden sollten. 

 'Rot' bedeutete, dass keine Einigung erzielt wurde und die Arbeiten nicht fortgesetzt werden sollten. 

 'Grün' bedeutete, dass noch keine Gespräche stattgefunden hatten und die Arbeiten nicht fortgesetzt werden sollten.

  'Orange' bedeutete, dass zwar Gespräche mit dem Betreffenden stattgefunden hatten, die Angelegenheit jedoch noch nicht offiziell war und bei einer neuen Anweisung fortgefahren werden sollte. Basierend auf dieser Farbcodierung, die nicht nach architektonischen Projekten, sondern nach der Zahlung der geforderten Summen erfolgte, wurden Baugenehmigungen erteilt. 

Obwohl die Direktion für Bauüberwachung der Stadtverwaltung Üsküdar für die Erteilung der Nutzungsgenehmigung (Bauabnahmeschein) zuständig ist, wurde bei Sitzungen unter dem Vorsitz des Generaldirektors der Kent A.Ş. (N.A.) entschieden, welche Vorteile von den Bauunternehmern gefordert werden sollten. An diesen Sitzungen nahm auch die stellvertretende Bürgermeisterin von Üsküdar (F.D.), die die Nutzungsgenehmigungen unterzeichnete, teil.

Die bei der Stadtverwaltung Üsküdar angestellten Ingenieure führten Inspektionen an den Bauvorhaben durch, für die Nutzungsgenehmigungen beantragt wurden. Bei diesen Inspektionen festgestellte Verstöße gegen die Vorschriften wurden mitsamt digitaler Daten (einschließlich Fotos der Gebäude) durch den Leiter der Bauüberwachung und sein technisches Team in Sitzungen zur Bewertung an (N.A.) präsentiert. Diese Sitzungen fanden in dem (N.A.) zugewiesenen Büro im Rathaus von Üsküdar statt, an denen auch die stellvertretende Bürgermeisterin (F.D.) teilnahm. 

Die Mitarbeiter der Direktion für Bauüberwachung entschieden in diesen Sitzungen, basierend auf der Art des Verstoßes und dem Wert des Grundstücks, welche Vorteile von den Bauunternehmern im Gegenzug für die Nutzungsgenehmigung gefordert werden sollten. Ebenso wurde festgelegt, wie der Bauunternehmer diese Vorteile erbringen sollte. Gemäß der Entscheidung von (N.A.) und (F.D.) wurde der betreffende Bauunternehmer in die Direktion für Bauüberwachung geladen, wo von ihm oder seinem Projektbegleiter die geforderten Vorteile verlangt wurden. 

 Im Rahmen der Ermittlungen zu den Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit der Erteilung von Bau- und Nutzungsgenehmigungen wurden am 07.04.2026 zeitgleich Durchsuchungs-, Beschlagnahmungs- und Festnahmeaktionen an insgesamt 30 Adressen in zwei Provinzen, Istanbul (19) und Yalova (1), durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 20 Tatverdächtige festgenommen und zahlreiche digitale Materialien sichergestellt. 

Unsere Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anatolien wird die Ermittlungen zur Bekämpfung von Straftaten gegen die Zuverlässigkeit und das Funktionieren der öffentlichen Verwaltung, wie bei allen anderen Straftaten auch, akribisch und entschlossen fortsetzen."