Eilmeldung: Urteil im Fall Baby Sıla! 2 Personen freigesprochen

Im Prozess um den Tod der zweijährigen Sıla Yeniçeri, die im Bezirk Malkara in Tekirdağ infolge von sexuellem Missbrauch und Gewalt verstarb, wurde das Urteil verkündet.

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Die dritte Verhandlung im Prozess um den Tod von Sıla Yeniçeri, die infolge von sexuellem Missbrauch und Gewalt verstarb, begann um 9.30 Uhr vor dem 2. Schwurgericht in Tekirdağ.

In dem Fall, der die Türkei erschütterte, wurde das Urteil verkündet.

Die Mutter wurde wegen drei verschiedener Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von 27 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Die strafmündigen Jugendlichen G.K. erhielten wegen sexuellen Missbrauchs 7 Jahre, K.A. wegen sexuellen Missbrauchs 7 Jahre sowie wegen Tötung 7 Jahre, insgesamt also 14 Jahre Haft. Die weiteren Angeklagten Kani A. und Sanlı Ö. wurden freigesprochen.

GEFORDERTE STRAFMASSE

Gegen die Mutter von Sıla, Bakiye Yeniçeri (30), war wegen "vorsätzlicher Tötung durch Unterlassen" eine Haftstrafe von 67 Jahren gefordert worden; für den Nachbarn Kani A. (33) 28 Jahre und 6 Monate sowie für Sanlı Ö. (58) wegen "Nichtanzeige einer Straftat" 1 Jahr und 6 Monate.

Für die strafmündigen Jugendlichen G.K. (15) waren insgesamt 66 Jahre und für K.A. (14) 48 Jahre sowie zusätzlich eine lebenslange Haftstrafe wegen "vorsätzlicher Tötung" gefordert worden.

BEWEISMITTEL VERSTECKT

In der Anklageschrift wurde festgehalten, dass die Mutter Bakiye Yeniçeri, obwohl sie für die Pflege und den Schutz ihres Kindes verantwortlich war, Sıla in einer Umgebung zurückließ, in der sie Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt sein konnte. Zudem trage sie Verantwortung, da sie Beweismittel versteckte, indem sie blutige Windeln in den Müll warf und die Behörden nicht informierte. Es wurde dargelegt, dass Kani A.s Sohn K.A. sowie das Nachbarskind G.K. an den Missbrauchs- und Gewalttaten beteiligt waren.

VORWURF DER VERSCHLEIERUNG TROTZ WISSENS

Sanlı Ö. wurde vorgeworfen, die Behörden nicht informiert zu haben, obwohl sie wusste, dass Baby Sıla sexuellem Missbrauch und Gewalt ausgesetzt war. Es wurde betont, dass die Verantwortung von Sanlı Ö. dadurch erhöht sei, dass sie keine notwendigen Nachforschungen zu dem Vorfall anstellte.

VERSTARB AN GEHIRNBLUTUNG

Im Bericht der Gerichtsmedizin heißt es, dass der Tod von Sıla Yeniçeri auf eine Gehirnblutung zurückzuführen sei, die durch einen Schlag auf den Kopf verursacht wurde. Zudem wurde festgestellt, dass Anzeichen eines Traumas im Analbereich des Babys vorlagen.