Ekrem İmamoğlu erscheint morgen vor Gericht: Prozess findet im Ergenekon-Verhandlungssaal statt

Der Prozess gegen den ehemaligen Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, wegen seiner Äußerungen über Akın Gürlek beginnt am 11. April im Marmara-Gefängniskomplex in Silivri. Am selben Tag findet zudem die Verhandlung zur Ausschreibungsaffäre aus seiner Zeit in Beylikdüzü statt.

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Die Verhandlung im Prozess gegen den am 23. März wegen Korruptionsvorwürfen festgenommenen und seines Amtes enthobenen Bürgermeister von Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, aufgrund seiner Äußerungen über den Istanbuler Generalstaatsanwalt Akın Gürlek beginnt am 11. April.

Der Ort der Verhandlung, die ursprünglich im Justizpalast Çağlayan stattfinden sollte, wurde verlegt und in den Verhandlungssaal Nr. 2 des Marmara-Gefängniskomplexes in Silivri verlegt.

Wie die BBC berichtet, erklärte der CHP-Fraktionsvorsitzende Gökhan Günaydın zur Verlegung des Verhandlungsortes: "Ich erinnere mich an diesen Saal aus den Ergenekon-Prozessen. Der Anfang des Films ist derselbe, und das Ende wird auch dasselbe sein."

Zur Erinnerung: Die Ergenekon-Prozesse wurden seinerzeit in dem als Silivri-Gefängnis bekannten Komplex geführt, und die im Jahr 2013 verhängten Urteile wurden 2016 vom Kassationsgerichtshof aufgehoben.

İmamoğlu hatte argumentiert, dass Gürlek, der in der Vergangenheit als stellvertretender Minister im Justizministerium tätig war, aus diesem Grund seine Unparteilichkeit nicht wahren könne.

Zudem hatte er behauptet, dass die Ermittlungen der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft gegen CHP-geführte Kommunen politisch motiviert seien.

İmamoğlu wird sich aufgrund seiner Äußerungen über Akın Gürlek wegen des Vorwurfs der "Bedrohung und Zielscheibenbildung von Personen, die im Kampf gegen den Terrorismus tätig sind" vor Gericht verantworten müssen.

In diesem Verfahren wird für Ekrem İmamoğlu eine Freiheitsstrafe von bis zu 7 Jahren und 4 Monaten sowie ein Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter und der Entzug des aktiven und passiven Wahlrechts gefordert.

Akın Gürlek hatte nach seiner Ernennung zum Istanbuler Generalstaatsanwalt die Leitung bedeutender Ermittlungsverfahren übernommen.

AUCH AUSSCHREIBUNGSVERFAHREN AUF DER TAGESORDNUNG

Unterdessen wird am 11. April auch ein Prozess wegen einer Ausschreibung aus İmamoğlus Zeit als Bürgermeister von Beylikdüzü verhandelt.

Nach einer Untersuchung, die 2023 vom Innenministerium eingeleitet wurde, war gegen İmamoğlu Anklage wegen "Manipulation von Ausschreibungen" erhoben worden.

In diesem Verfahren, das vor dem 10. Strafgericht erster Instanz in Büyükçekmece geführt wird, wird ebenfalls eine Freiheitsstrafe von 3 bis 7 Jahren sowie ein politisches Betätigungsverbot gefordert.

İmamoğlu hatte das Amt des Bürgermeisters von Beylikdüzü zwischen 2014 und 2019 inne.