Emniyet-Sen veröffentlicht Bericht: 3 von 10 Polizisten denken an Suizid
Eine Umfrage der Polizeigewerkschaft Emniyet Teşkilatı Sendikası unter 15.375 Polizeibeamten wurde veröffentlicht. Demnach zieht jeder dritte Polizist einen Suizid in Betracht. Laut der Umfrage vertrauen die Polizeibeamten dem Innenminister Ali Yerlikaya.
12punto
Die Polizeigewerkschaft Emniyet Teşkilatı Sendikası hat unter Beteiligung von 15.375 Polizeibeamten eine Umfrage zu Suiziden und Problemen innerhalb der Behörde durchgeführt. Der Untersuchung zufolge erwägen Polizeibeamte bei der Chance auf einen anderen Beruf zu kündigen; bei Problemen geben 11,20 Prozent an, sich an „Sekten oder religiöse Gemeinschaften“ zu wenden.
NICHT ZUFRIEDEN
Auf die Frage „Sind Sie zufrieden damit, Personal der Sicherheitsbehörde zu sein?“, antworteten 23 Prozent der befragten Polizeibeamten mit „überhaupt nicht zufrieden“, 50,3 Prozent mit „nicht zufrieden“, 3,9 Prozent mit „zufrieden“ und 7,1 Prozent mit „sehr zufrieden“. Der Anteil der Unentschlossenen lag bei 15,7 Prozent.
3 VON 10 POLIZISTEN DENKEN AN SUIZID
Auf die Frage in der Umfrage: „Haben Sie jemals daran gedacht, Suizid zu begehen?“, antworteten 64,8 Prozent der Polizeibeamten mit „Nein“, während der Anteil derjenigen, die Suizidgedanken hatten, bei 35,2 Prozent lag.
Der Untersuchung zufolge sehen die Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde als Hauptursache für Suizide an erster Stelle mit 99 Prozent „Mobbing (Schikane, Druck durch Vorgesetzte)“ und an zweiter Stelle mit 98,5 Prozent „Arbeitszeiten und Dienststress“.
In der Umfrage wurde angegeben, dass 74 Prozent des Polizeipersonals direkt von Suiziden betroffen sind und 72 Prozent unter wirtschaftlichen Problemen leiden.
MEHR ALS DIE HÄLFTE MÖCHTE KÜNDIGEN
Während 76,8 Prozent des Personals der Sicherheitsbehörde angaben, dass sie kündigen würden, wenn sie die Chance hätten, einen anderen Beruf zu wählen, lag der Anteil derjenigen, die sagten „Nein, ich würde nicht kündigen“, bei 13,8 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen wurde mit 9,5 Prozent angegeben.
AN WEN WENDEN SIE SICH BEI PROBLEMEN?
Auf die Frage in der Umfrage: „An wen wenden Sie sich, wenn Sie ein berufliches Problem in der Behörde haben?“, antworteten 52,20 Prozent der Befragten: „Ich teile es mit einflussreichen Personen oder Seiten in den sozialen Medien“, 12 Prozent mit „Einflussreiche und mächtige Personen“, 11,20 Prozent mit „Sekten oder religiöse Gemeinschaften“, 7,20 Prozent mit „Politische Parteien oder Politiker“, 4,30 Prozent mit „Vorgesetzte oder Führungskräfte“ und 3,2 Prozent mit „Justiz- und Rechtsbehörden“. Der Anteil derjenigen, die sagten „Ich unternehme gar nichts“, lag bei 9,5 Prozent.
SIE VERTRAUEN MINISTER YERLIKAYA
Auf die Frage: „Sind Sie hinsichtlich der Lösung der Probleme und der Schritte zur Bewältigung der chronischen Themen der Sicherheitsbehörde hoffnungsvoll in Bezug auf den derzeitigen Innenminister Ali Yerlikaya?“, gaben 56,1 Prozent der Befragten an, „hoffnungsvoll“ zu sein, während 43,9 Prozent angaben, „hoffnungslos“ zu sein.
Im Ergebnisteil der Umfrage wurden der Reihe nach folgende Feststellungen getroffen:
1. Ein großer Teil des Personals der Sicherheitsbehörde arbeitet aus wirtschaftlichen Gründen.
2. Die Zufriedenheitsrate des Personals der Sicherheitsbehörde mit der Institution ist sehr gering.
3. Lange und unregelmäßige Arbeitszeiten sind das größte Problem während des Dienstes.
4. Mobbing während des Dienstes ist der größte Stressfaktor.
5. Das Personal der Sicherheitsbehörde ist in sehr hohem Maße von Suizidfällen betroffen. Es wurde festgestellt, dass 3 von 4 Mitarbeitern die Nachricht vom Suizid eines ihnen bekannten Kollegen erhalten haben.
6. Jeder dritte Mitarbeiter hat den Gedanken an Suizid bereits in Erwägung gezogen.
7. Jeder siebte Mitarbeiter denkt über eine Kündigung nach.
8. Jeder achte Mitarbeiter gab an, dass er kündigen würde, wenn er andere Alternativen hätte.
9. Jeder achte Mitarbeiter empfiehlt seinen Beruf nicht an Bekannte weiter.
10. Ein großer Teil des Personals der Sicherheitsbehörde sieht Mobbing als Hauptursache für Suizide.
11. Jeder zweite Mitarbeiter gibt bei psychologischen Bewertungen realistische Antworten.
12. Ein großer Teil des Personals der Sicherheitsbehörde wendet sich bei Problemen an die sozialen Medien.
13. 6 von 10 Mitarbeitern vertrauen dem Innenminister Ali Yerlikaya.
14. Das Personal der Sicherheitsbehörde sieht das Recht auf gewerkschaftliche Organisation als Lösung für seine Probleme.”