Er hatte den Verlauf des Susurluk-Prozesses verändert: Die 'Blackbox' der Unterwelt, Hadi Özcan, ist verstorben!

Hadi Özcan, ein bekannter Anführer einer kriminellen Organisation und eine Schlüsselfigur der Unterwelt, die einst als deren 'Blackbox' galt, ist in dem Gefängnis, in dem er inhaftiert war, verstorben. Özcan wurde in Sakarya beigesetzt.

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Hadi Özcan, der durch seine Aktivitäten mit einer organisierten kriminellen Bande in Kocaeli und Sakarya bekannt wurde und einst als einer der bekanntesten Namen der Unterwelt galt, ist infolge eines Herzinfarkts im Diyarbakır-Gefängnis, wo er inhaftiert war, verstorben. 

ER HATTE DEN SUSURLUK-PROZESS AUFGEKLÄRT

Özcan, der in Sakarya beigesetzt wurde, war auch in den Susurluk-Vorfall verwickelt. 

In seiner Aussage gegenüber dem Staatsanwalt nach dem Susurluk-Unfall hatte er zum ersten Mal die wahre Identität von Abdullah Çatlı, der unter dem Decknamen 'Mehmet Özbey' agierte, enthüllt und zu Protokoll gegeben.

Vor dreißig Jahren war der Anführer der kriminellen Organisation Hadi Özcan, der in der Unterwelt von Kocaeli einen Namen hatte und als die 'Blackbox' jener Zeit bekannt war, in die Ermordung von Nizamettin Keskin, Sürmeli Göçer und Fehmi Göçer verwickelt. Özcan war nach Georgien geflohen. 

75 JAHRE HAFT GEFORDERT

Die 'Blackbox' der Unterwelt, Hadi Özcan, wurde im Jahr 2020 gefasst, in die Türkei ausgeliefert und nach dem Prozess zu 75 Jahren Haft verurteilt. Während des Verfahrens hatte er die Vorwürfe nicht eingeräumt.

HERZINFARKT IM GEFÄNGNIS

Özcan verstarb vorgestern infolge eines Herzinfarkts im Diyarbakır-Gefängnis, in dem er inhaftiert war. Sein Leichnam wurde heute in seiner Heimatstadt Sapanca in Sakarya beigesetzt.

WURDE MIT DER KOCAELI-BANDE IN VERBINDUNG GEBRACHT

Hadi Özcan war als Anführer der Kocaeli-Bande bekannt, der mit seinen Männern in Kocaeli und Sakarya zahlreiche bewaffnete Aktionen durchgeführt haben soll. 

Özcan wurde mehrfach wegen Straftaten wie Drohung, Erpressung sowie Anstiftung zu Mord und Körperverletzung festgenommen und vor Gericht gestellt. Im Jahr 2006 wurde das Fahrzeug, in dem er sich in İzmit befand, Ziel eines bewaffneten Angriffs; das Auto wurde mit automatischen Waffen durchsiebt. 

Özcan überlebte den Vorfall verletzt. Damals wurde dieser Angriff als 'Mafia-Abrechnung' gewertet.

ER ENTHÜLLTE ÇATLI

Özcan hatte 2013 in dem Buch des Journalisten Sadık Güleç mit dem Titel 'Ölüm Üçgeni; Bir şehir, Bir Kabadayı, Bir Mafya Babası' (Todesdreieck; Eine Stadt, ein Ganove, ein Mafia-Pate) über seine Beziehungen zu wichtigen Akteuren der dunklen Ära der Türkei berichtet. In der Einleitung des Buches hieß es dazu:

Da Hadi Özcan kein Mafia-Pate war, der aus Istanbul stammte, fand er nicht so viel Beachtung wie andere Namen der Unterwelt. Dabei hätte Hadi Özcan eine genauere Betrachtung verdient, die über die einfache Feststellung einer 'Abrechnung zwischen Banden' hinausgeht. 

Die 'Kocaeli-Bande' war eine Struktur, die in Beziehungen verwickelt war, die über eine lokale Definition hinausgingen. Obwohl Özcan gelegentlich in staatlichen Berichten wie dem Susurluk-Bericht auftauchte, kreuzten sich seine Wege ab Ende der achtziger Jahre und während der gesamten neunziger Jahre mit allen Namen, die die Agenda der Türkei beschäftigten. Er hatte mit ihnen gemeinsame Geschäfte gemacht, mit einigen gekämpft, einige wollten ihn erschießen. Von anderen hatte er 'Eintreibungen' vorgenommen.

Zu diesen Namen gehörten die Familie Demirel, der CHP-Bürgermeister von Kocaeli Sefa Sirmen, Abdullah Çatlı, Mehmet Ağar, der ehemalige Leiter der Spezialeinheiten İbrahim Şahin und der Oberst Veli Küçük, der als Kommandeur der Gendarmerie in Kocaeli fungierte, sowie Mahmut Yıldırım alias 'Yeşil', Sedat Peker und Kürşat Yılmaz... Das 'Todesdreieck' lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das nach dem Susurluk-Unfall am wenigsten beleuchtet wurde.

Ebenfalls in jenem Zeitraum erzählte Özcan in dem Buch, dass Abdullah Çatlı Pläne geschmiedet habe, ihn zu töten, während er in seiner Aussage gegenüber dem Staatsanwalt nach dem Susurluk-Unfall zum ersten Mal die wahre Identität von Abdullah Çatlı, der unter dem Decknamen 'Mehmet Özbey' agierte, enthüllte und zu Protokoll gab.