Wurde zum Grab für 21 Menschen bei Erdbeben: 19 Jahre Haft für Bauunternehmer, 16 Jahre für Architekten
Im Prozess um das Gölgeler-Apartment in Gaziantep, das bei den Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş einstürzte und den Tod von 21 Menschen sowie zahlreiche Verletzte forderte, wurde der angeklagte Bauunternehmer Mehmet Necati G. wegen fahrlässiger Tötung mit bewusster Fahrlässigkeit zu 19 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, der Architekt İhsan Ç. zu 16 Jahren und 3 Monaten.
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In Antep fand die Urteilsverkündung im Prozess um das Gölgeler-Apartment statt, das bei den Erdbeben vom 6. Februar 2023 einstürzte und bei dem 21 Menschen starben. Die inhaftierten Angeklagten, der Bauunternehmer Mehmet Necati Gölgeler und der Architekt İhsan Çeven, wurden per Video- und Audiosystem (SEGBİS) zum 11. Schwurgericht von Gaziantep zugeschaltet; die Anwälte waren vor Ort anwesend.
Der Angeklagte Gölgeler wies die Vorwürfe zurück und behauptete, er habe an keiner Stelle des Gebäudes auch nur einen Nagel eingeschlagen. Der Angeklagte İhsan Çeven erklärte, er habe ein technisch genehmigtes Projekt erstellt und wies die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück.
Das Gericht verurteilte Gölgeler wegen „Verursachung des Todes und der Verletzung mehrerer Personen durch bewusste Fahrlässigkeit“ zu 19 Jahren und 6 Monaten Haft, Çeven erhielt wegen desselben Tatbestands 16 Jahre und 3 Monate. Das Gericht ordnete die Fortdauer der Untersuchungshaft für beide Angeklagten an.
Das Gremium erstattete zudem Strafanzeige gegen Personen, denen laut dem in den Akten vorliegenden Sachverständigengutachten eine Mitverantwortung zugeschrieben wurde.
Die Generalstaatsanwaltschaft von Gaziantep hatte nach Abschluss der Ermittlungen zu dem Gölgeler-Apartment, das bei dem Erdbeben der Stärke 7,7 mit Zentrum in Pazarcık im Stadtteil Şehitkamil, Viertel İncilipınar, einstürzte und 21 Todesopfer sowie zahlreiche Verletzte forderte, Klage gegen Gölgeler und Çeven eingereicht.