Erdbeben-Serie hält an: Naci Görür äußert sich zur Lage in Sındırgı

In seiner Bewertung der anhaltenden Erdbeben-Serie im Landkreis Sındırgı in Balıkesir betonte Prof. Dr. Naci Görür die komplexe tektonische Struktur Westanatoliens und erklärte: „Die Angabe der Stärke oder des Ortes eines Bebens allein reicht nicht aus.“

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Im Landkreis Sındırgı in der Provinz Balıkesir ereignete sich in der vergangenen Nacht ein Erdbeben der Stärke 5,1. Während die Erdbeben-Serie in der Region die Bevölkerung beunruhigt, äußerte sich der Geowissenschaftler Prof. Dr. Naci Görür mit einer bemerkenswerten Einschätzung.

In einem Beitrag auf seinem X-Account schrieb Görür Folgendes:

„In letzter Zeit kam es in der Umgebung von Sındırgı vermehrt zu Beben mit einer Stärke von über 4. Die Bevölkerung und meine Kollegen sind besorgt. Man muss die Angelegenheit aus einer breiteren Perspektive betrachten. Zum Beispiel so: Westanatolien dehnt sich aufgrund der Escape-Tektonik in Nord-Süd-Richtung aus. Die Erdkruste nördlich des Bozdağ-Horstes bewegt sich entlang der listrischen Verwerfung des Horstes nach Norden. Infolge dieser Bewegung entstehen Gräben und Cross-Gräben, es kommt zu Zerstörungen und eine komplexe tektonische Struktur entsteht. An vielen Stellen dünnt die Erdkruste aus und Magma steigt auf. Deshalb ist es nicht ausreichend, nur die Stärke und den Ort eines Bebens zu nennen. Man muss auch den Winkel, die Richtung, die Art und die Ausdehnung der Bebenebene angeben.“