Warnung vom Erdbebenexperten: Große Erschütterungen in der Türkei jederzeit möglich

Prof. Dr. Tolga Bekler weist darauf hin, dass Erdbeben der Stärke 7 und höher in der Türkei periodisch auftreten, und betont, dass sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen jederzeit vorbereitet sein müssen.

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Prof. Dr. Tolga Bekler, Direktor des Erdbebenforschungs- und Anwendungszentrums der ÇOMÜ, der darauf hinweist, dass die Türkei weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Erdbebenrisiko zählt, hat wichtige Warnungen ausgesprochen. Prof. Dr. Bekler erinnerte daran, dass im Land Erdbeben der Stärke 6,5 und höher alle 10 bis 15 Jahre und Erschütterungen der Stärke 7 und höher etwa alle 35 bis 40 Jahre auftreten. Bekler, ein Experte für Geophysik, wies darauf hin, dass die Vorbereitung auf Erdbeben nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich und baulich angegangen werden müsse.

ALLE REGIONEN DER TÜRKEI SIND GEFÄHRDET

Unter Verweis auf die jüngsten Erdbeben in Kahramanmaraş, Izmir, Van und entlang der nordanatolischen Verwerfungslinie erklärte Prof. Dr. Bekler: „Die zerstörerischen Erdbeben, die sich in der ganzen Türkei entlang der Hauptverwerfungslinien ereignen, zeigen deutlich, dass alle Regionen von diesen Katastrophen betroffen sein können. Wir sehen in unserem Land Erdbeben der Stärke 6,5 und höher in Abständen von 10 bis 15 Jahren. Erdbeben der Stärke 7 und höher verursachen hingegen etwa alle 35 bis 40 Jahre in verschiedenen tektonischen Regionen schwere Zerstörungen.“

MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR ERDBEBENANALYSEN ERFORDERLICH

Prof. Dr. Bekler betonte, dass Geowissenschaftler für fundierte Analysen umfassendere Beobachtungs- und Forschungsmöglichkeiten benötigen, und äußerte sich wie folgt: „Um die Erdbebengefahr in einer Region korrekt zu bestimmen, ist es notwendig, so viele Beobachtungen und Daten wie möglich zu gewinnen. So wie im Gesundheitssektor zahlreiche Untersuchungen durchgeführt werden, um eine korrekte Diagnose bei einem Patienten zu stellen, müssen wir bei Erdbeben dieselbe Sorgfalt walten lassen. Je mehr Erdbebenstationen es gibt, desto höher ist die Genauigkeit der Erkennung und Analyse.“

GESELLSCHAFTLICHE SOLIDARITÄT IM KAMPF GEGEN ERDBEBEN WICHTIG

Prof. Dr. Bekler betonte, dass zur Minimierung der möglichen Schäden durch Erdbeben nicht nur Geowissenschaftler, sondern viele Disziplinen, allen voran Bauingenieure und Architekten, zusammenarbeiten müssen: „Der Schlüssel zur Erdbebenprävention liegt in korrekten ingenieurtechnischen Anwendungen und dem Bau widerstandsfähiger Strukturen. Die sorgfältige Umsetzung der entsprechenden Gesetzgebung, das einwandfreie Funktionieren der Bauüberwachungssysteme und die bewusste Beteiligung der Gesellschaft an diesem Prozess sind unerlässlich. Eine Kultur des soliden Bauens ist nur möglich, wenn Staat, Kommunalverwaltungen und Bürger an einem Strang ziehen.“

Prof. Dr. Bekler erklärte, dass man das System in drei Hauptbereiche unterteilen müsse, um nicht von Erdbeben betroffen zu sein: „Erstens die Geowissenschaften und fundierte Beobachtungen, zweitens gesetzeskonforme und solide Bauprozesse und drittens die bewusste Nutzung dieser Dienstleistungen durch die Öffentlichkeit. Wenn alle diese Elemente zusammenwirken, ist es möglich, die Verluste bei Erdbebenkatastrophen auf ein Minimum zu reduzieren.“