Erdoğan äußert sich zu Artikel 3 der Verfassung und zur 'Muttersprache': 'Nur weil sie ihre Muttersprache sprachen...'

Präsident und AKP-Vorsitzender Recep Tayyip Erdoğan sprach bei der Auslosungszeremonie für den 109. Lehrgang für Bezirksgouverneure im Präsidialkomplex. Nach den Äußerungen des Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş zu Artikel 3 der Verfassung sagte Präsident Erdoğan: 'Die elitäre Mentalität, die Mauern zwischen Staat und Volk errichtete und Staat und Volk in unterschiedliche Positionen brachte, hat unserem Land großen Schaden zugefügt.' Mit Blick auf die Debatten um die Muttersprache fügte Erdoğan hinzu: 'Millionen unserer Bürger wurden ausgegrenzt, nur weil sie ihre Muttersprache sprachen.'

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Präsident und AKP-Vorsitzender Recep Tayyip Erdoğan sprach bei der Auslosungszeremonie für den 109. Lehrgang für Bezirksgouverneure im Präsidialkomplex.

'DIE ELITÄRE MENTALITÄT, DIE STAAT UND VOLK IN UNTERSCHIEDLICHE POSITIONEN BRINGT...'

Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Erklärungen:

'Die Türkei ist ein Rechtsstaat. Unsere Zivilisation ist eine Zivilisation der Barmherzigkeit. In dem Maße, wie wir die Gerechtigkeit erhöhen, erhöhen wir den Staat; in dem Maße, wie wir mit Barmherzigkeit handeln, stärken wir die Bindung zwischen unserem Volk und unserem Staat. Wir sind ein Land, das beide Erfahrungen in seiner jüngeren Geschichte gemacht hat. Die elitäre Mentalität, die Mauern zwischen Staat und Volk errichtete und Staat und Volk in unterschiedliche Positionen brachte, hat unserem Land großen Schaden zugefügt.

Indem sie Menschen als reaktionär, religiös oder als säkular bzw. anti-säkular bezeichneten, versuchten sie, unsere Bürger gegeneinander aufzuhetzen. Millionen unserer Bürger wurden ausgegrenzt, nur weil sie ihre Muttersprache sprachen. Unsere Demokratie zahlt den Preis dafür. Unser Staat und unser Volk haben ihn gezahlt. Eine bürokratische Oligarchie, die auf die Bürger herabsieht und einen Teil der Bürger als Bedrohungsquelle betrachtet, hat in unserer Staatsvorstellung keinen Platz. Der Staat steht im Dienst seines Volkes. Auch der Beamte ist ein Diener des Volkes.'

WAS WAR GESCHEHEN?

Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş hatte in einer Erklärung zur neuen Verfassung gefordert, den Ausdruck 'Die unteilbare Einheit des Staates mit seinem Land und seinem Volk' zu ändern, und gesagt: 'Der Staat hat kein Land. Der Staat hat kein Volk. Dieser Text sollte als „Die unteilbare Einheit des Volkes mit seinem Staat und seinem Land“ ausgedrückt werden. Ich denke, es ist wichtig, dass dieses elitäre, etatistische Verständnis in der neuen Verfassung durch ein Staatsverständnis ersetzt wird, das auf der Macht des Volkes aufbaut.'