Erdoğan-Detail in Dozenten-Prüfung: 'Frag Tayyip', 'Tayyip gewinnt immer'

Bülend Nami Nomer, der 32 Jahre lang an der Marmara-Universität tätig war, steht vor Gericht, weil er in Prüfungsfragen auf den Präsidenten Bezug genommen hat. Ihm drohen wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ bis zu vier Jahre Haft.

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Bülend Nami Nomer, Dozent am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in englischer Sprache an der Marmara-Universität, steht wegen humorvoller Antwortmöglichkeiten, die er in einer Prüfung im Jahr 2021 verwendete, vor Gericht. 

Der Cumhuriyet-Kolumnist Barış Terkoğlu berichtete, dass einige Fragen in der von Nomer erstellten Prüfung zum Kurs „Einführung in die Wirtschaftswissenschaften“ durch ihre Anspielungen auf den Präsidenten eine Krise ausgelöst hätten. In den Prüfungsfragen waren Ausdrücke wie „Frag Tayyip“ und „Tayyip gewinnt immer“ enthalten.

UNTERSUCHUNGS- UND GERICHTSVERFAHREN

Diese Fragen, die von Studierenden in den sozialen Medien geteilt wurden, sorgten in kürzester Zeit für großes Aufsehen. Aufgrund der Reaktionen in den Medien leitete die Marmara-Universität ein Disziplinarverfahren gegen Nomer ein.

In einer Stellungnahme der Universität hieß es, dass in unangemessener Weise auf den Präsidenten Bezug genommen worden sei und versucht wurde, die Wahrnehmung der Studierenden zu beeinflussen. Nomer wurde nahegelegt, entweder zurückzutreten oder von der Universität entlassen zu werden; daraufhin trat der Dozent zurück und ging in den Ruhestand.

STRAFPROZESS VOR GERICHT

Nach dem Disziplinarverfahren schaltete sich auch die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anadolu ein und erhob Anklage gegen Nomer wegen „Beleidigung des Präsidenten“. Auch der Untersuchungsausschuss der Universität entschied einstimmig, dass ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden müsse. Nomer steht derzeit vor dem 11. Strafgericht erster Instanz in Istanbul-Anadolu und muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren rechnen. Die nächste Anhörung in diesem Fall findet am Donnerstag statt.