Erdoğan spricht auf BRICS-Gipfel über TUSAŞ-Anschlag: „Dieser niederträchtige Angriff...“

Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte auf dem BRICS-Gipfel: „Wir sind entschlossen, unseren Dialog mit der BRICS-Familie zu vertiefen.“ In Bezug auf den Terroranschlag auf TUSAŞ betonte Erdoğan: „Dieser niederträchtige Angriff hat die Entschlossenheit und den Willen der Türkei, den Terrorismus zu beseitigen, nur noch weiter gestärkt.“

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Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan nahm am BRICS-Gipfel in der Republik Tatarstan, einer Teilrepublik Russlands, teil.

Erdoğan äußerte sich dort zu verschiedenen Themen.

 

 

Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Rede:

Ich danke meinem geschätzten Freund, dem Präsidenten der Russischen Föderation, Herrn Wladimir Putin, für seine Gastfreundschaft und Einladung und gratuliere ihm zur erfolgreichen Ausrichtung. Den brasilianischen Freunden, die ab Januar den Vorsitz übernehmen werden, wünsche ich bereits jetzt viel Erfolg.

TERRORANSCHLAG AUF TUSAŞ

Ich danke allen Freunden, die ihr Beileid für den heimtückischen Terrorakt ausgesprochen haben, der gestern in Ankara verübt wurde, für ihre Solidarität. Dieser niederträchtige Angriff hat die Entschlossenheit und den Willen der Türkei, den Terrorismus zu beseitigen, nur noch weiter gestärkt.

Wir stehen vor ernsthaften Herausforderungen, deren Auswirkungen in allen Bereichen spürbar sind – von der Wirtschaft bis zur Sicherheit, von globaler Ungerechtigkeit bis hin zum Klimawandel. Wir halten daher das für den Gipfel gewählte Thema „Stärkung des Multilateralismus für eine gerechte globale Entwicklung und Sicherheit“ für außerordentlich treffend. Ich möchte einen Punkt besonders hervorheben: Unter den heutigen Bedingungen, in denen sozioökonomische Anfälligkeiten zunehmen und sich die Machtverhältnisse verschieben, können die politischen und finanziellen Mechanismen, die aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammen, die Erwartungen nicht mehr erfüllen.

Als Türkei handeln wir in einem solchen Umfeld nach dem Motto: „Eine gerechtere Welt ist möglich.“ Wir legen Wert darauf, in multilateralen Plattformen mit unseren Freunden zusammenzukommen und gemeinsam Lösungen für die Probleme zu finden, die uns alle betreffen. Wir glauben, dass BRICS einen einzigartigen Beitrag zum Aufbau einer gerechteren Weltordnung leistet, indem es die Entwicklung des Welthandels, das Wirtschaftswachstum und die Ziele für nachhaltige Entwicklung fördert.

Die Türkei ist Gründungsmitglied zahlreicher internationaler Organisationen, vom Europarat bis zur Organisation der Turkstaaten, sowie regionaler Organisationen wie der D-8, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation. Wir sind zudem ein aktives Mitglied der G20 und von MIKTA.

Neben unseren Partnerschaften mit der Afrikanischen Union und der ASEAN entwickeln sich unsere Kooperationsmechanismen mit der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten von Tag zu Tag weiter. Als Türkei sind wir entschlossen, unseren Dialog mit der BRICS-Familie, mit der wir enge Beziehungen auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und Win-Win-Prinzipien pflegen, weiter zu vertiefen.

AUFRUF ZUM WAFFENEMBARGO GEGEN ISRAEL

Eine globale gerechte Ordnung und Entwicklung sind nur möglich, wenn Frieden und Sicherheit über unsere Grenzen hinaus etabliert werden. Solange das Blutvergießen im Nahen Osten nicht gestoppt wird, kann von Gerechtigkeit, Frieden oder Entwicklung für die Zukunft keine Rede sein. Die aggressive Haltung Israels, das die gesamte Region in Brand zu setzen bereit ist, hat bereits jede Grenze – insbesondere in Bezug auf Recht und Gewissen – überschritten.

Das palästinensische Volk erleidet in Gaza einen Völkermord. Israel hat das Leid durch Angriffe auf den Libanon noch weiter verschärft. Das Ignorieren dieses menschlichen Dramas im 21. Jahrhundert entbindet niemanden von seiner Verantwortung. Die Gründung eines unabhängigen, souveränen Palästinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt auf der Grundlage der Grenzen von 1967 ist eine Grundvoraussetzung für einen dauerhaften und gerechten Frieden in der Region.

Bei dieser Gelegenheit lade ich die Länder, die Palästina noch nicht anerkannt haben, dazu ein, Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Die anhaltende bedingungslose Unterstützung Israels mit Waffen und Munition macht dieses Land bei seinen Angriffen nur noch rücksichtsloser. Wir haben bei den Vereinten Nationen eine Initiative gestartet, um den Waffenverkauf an Israel zu stoppen. Ich vertraue auf die Unterstützung, die Sie, meine geschätzten Freunde, in dieser Angelegenheit leisten werden. Lassen Sie uns gemeinsam Hand in Hand die Massaker und das Leid in unserer Region so schnell wie möglich beenden.

Mit diesen Gedanken möchte ich meine Rede beenden und Sie noch einmal respektvoll grüßen. Ich wünsche mir, dass unser Treffen zum Wohle der Menschheit beiträgt, und danke allen, die an der Organisation des Gipfels mitgewirkt haben.