Erhan Afyoncu warnt: Die Türkei schlittert in einen Albtraum
Der Historiker und Autor Erhan Afyoncu erklärte, dass einer der größten Probleme der Türkei der Bevölkerungsrückgang sei, und betonte, dass niedrige Geburtenraten eine ernsthafte Bedrohung für die Zukunft des Landes darstellten. Afyoncu sagte: „Wenn dieser Trend anhält, wird in Anatolien nur eine alternde türkische Bevölkerung zurückbleiben.“
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Der Historiker, Autor und Rektor der Nationalen Verteidigungsuniversität, Erhan Afyoncu, äußerte in einer Sendung auf CNN Türk bemerkenswerte Einschätzungen zur Bevölkerungsstruktur der Türkei. Afyoncu wies darauf hin, dass das Land eine schnell alternde Bevölkerung habe, und erklärte, dass der Rückgang der Geburtenraten langfristig ein ernstes Überlebensproblem darstellen werde.
„Ich sage es seit zwei Jahren: Die Türkei schlittert in einen Albtraum. Wenn sich die Bevölkerung nicht erneuern kann, wird in Anatolien nur eine alternde türkische Bevölkerung zurückbleiben, was ein großes Risiko darstellt“, sagte Afyoncu und verwies dabei auch auf die demografischen Veränderungen vom Osmanischen Reich bis heute.
''DIE BEDEUTUNG DER BEVÖLKERUNG IM HISTORISCHEN PROZESS''
Afyoncu erklärte, dass die Bevölkerung der Türkei im Vergleich zu Russland während der osmanischen Zeit stetig zurückgegangen sei. Er führte an, dass das Osmanische Reich 1711 noch 30 Millionen Einwohner hatte, während Russland bei 16 Millionen lag, das Osmanische Reich jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund der schnell wachsenden Bevölkerung Russlands ins Hintertreffen geraten sei.
Afyoncu erinnerte daran, dass eines der größten Ziele Atatürks in der Gründungsphase der Republik die Förderung des Bevölkerungswachstums gewesen sei, und merkte an, dass die nach den 1960er Jahren umgesetzte Geburtenkontrollpolitik zu einem Bevölkerungsrückgang in den westlichen Provinzen geführt habe.
''FRUCHTBARKEITSRATE AUF KRITISCHES NIVEAU GESUNKEN''
Unter Berufung auf Daten des türkischen Statistikamtes TÜİK betonte Afyoncu, dass die Bevölkerung der Türkei zwar 85 Millionen 664 Tausend 944 Menschen erreicht habe, die Fertilitätsrate jedoch auf 1,51 gesunken sei. „In Istanbul sinkt diese Rate sogar auf 1. Damit sich die Bevölkerung erneuern kann, muss die Fertilitätsrate bei mindestens 2,0 liegen“, sagte er.
Afyoncu bezeichnete diese Situation als „eine größere Bedrohung als ein Krieg“ und betonte, dass die Regierung neue politische Maßnahmen zur Steigerung der Geburtenraten entwickeln müsse, da der Bevölkerungsrückgang ein ernstes Risiko für die Zukunft des Landes darstelle.