Ermittlungen gegen Cem Küçük: MASAK-Bericht im Fall Tahir Sarıkaya aufgetaucht
Im Finanzprüfungsbericht zu Tahir Sarıkaya wurden für den Zeitraum 2017-2026 Kontobewegungen von über 236 Millionen Lira festgestellt. Der Bericht weist darauf hin, dass für einen Großteil der hochvolumigen Überweisungen keine ausreichenden Erklärungen vorliegen; zudem wurden Firmenkonten im Zusammenhang mit Krypto-Transaktionen untersucht.
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Details aus dem Finanzprüfungsbericht zum Journalisten Tahir Sarıkaya, der im Rahmen der Ermittlungen der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft gegen Cem Küçük wegen des Vorwurfs der „öffentlichen Verbreitung irreführender Informationen“ und „Erpressung“ festgenommen wurde, sind bekannt geworden.
In der Analyse der Abteilung für die Bekämpfung von Schmuggel und organisiertem Verbrechen (KOM), die auf Daten der Finanzkriminalitäts-Untersuchungsstelle MASAK basiert, wurde angegeben, dass die Bankbewegungen von Sarıkaya einzeln geprüft wurden, nachdem interne Überweisungen zwischen seinen eigenen Konten herausgefiltert worden waren.
Dem Bericht zufolge wurden auf den Konten von Sarıkaya im Zeitraum 2017-2026 Geldeingänge in Höhe von 101 Millionen 932 Tausend 207 Lira und Geldausgänge in Höhe von 134 Millionen 170 Tausend 972 Lira festgestellt. Damit beliefen sich die untersuchten Gesamtbewegungen auf über 236 Millionen 103 Tausend Lira.
BEWERTUNG VERDÄCHTIGER ÜBERWEISUNGEN IM BERICHT
In der KOM-Analyse wurde festgestellt, dass für 69 Millionen 649 Tausend 61 Lira der eingegangenen Gelder keine ausreichenden Transaktionsbeschreibungen vorlagen. Da diese Transaktionen in einer Häufigkeit und Größenordnung erfolgten, die nicht durch persönliche Schuldverhältnisse erklärbar seien, wurden sie als „erklärungsbedürftige verdächtige Geldtransfers“ eingestuft.
Bei den ausgehenden Geldern wurde ein Betrag von 106 Millionen 524 Tausend 970 Lira als gleichartig bewertet. Der Bericht hält fest, dass die Erklärungen für diese Abflüsse unzureichend seien und nicht mit dem finanziellen Profil von Sarıkaya übereinstimmten.
Die Finanzprüfung wies darauf hin, dass zahlreiche Überweisungen mit Angaben wie „Schuld“, „Rückzahlung von Schulden“ oder „bar erhaltene Schuld“ getätigt wurden. Im Bericht wurde die Auffassung vertreten, dass solche Transaktionen aufgrund ihrer Häufigkeit und Höhe nicht als privater Schuldenaustausch gewertet werden können.
AUCH KRYPTO-VERMÖGENSWERTE UND FIRMENKONTEN UNTERSUCHT
Im Abschnitt zu den Krypto-Transaktionen von Sarıkaya wurde festgestellt, dass auf seinem Konto in 499 Einzeltransaktionen 21 Millionen 409 Tausend 825 Lira eingingen. Es wurde angegeben, dass von Sarıkayas Konten in 320 Transaktionen 27 Millionen 569 Tausend Lira an dieselbe Plattform gesendet wurden und das Gesamtvolumen der Ein- und Ausgänge im Zusammenhang mit Paribu 48 Millionen 978 Tausend Lira erreichte.
Der Bericht enthielt auch Transaktionen im Zusammenhang mit Hotelbetrieben in Zypern. Demnach wurden in 23 Einzeltransaktionen insgesamt 2 Millionen 407 Tausend 400 Lira auf das Konto eines Hotels überwiesen. Von einem anderen Hotel seien 420 Tausend Lira in einer einzigen Transaktion auf Sarıkayas Konto eingegangen, während später insgesamt 500 Tausend Lira in 5 Transaktionen zu je 100 Tausend Lira an dasselbe Unternehmen zurückgeflossen seien.
KONTOBEWEGUNGEN VON UNTERNEHMEN IM FOKUS
Die Finanzanalyse untersuchte zudem die Konten von Unternehmen, an denen Sarıkayas Ehefrau in der Vergangenheit beteiligt war. Laut Bericht verzeichneten diese Firmenkonten im Zeitraum 2020-2026 Bewegungen von insgesamt 560 Millionen 822 Tausend 423 Lira, bestehend aus 339 Millionen 318 Tausend 544 Lira an Eingängen und 221 Millionen 503 Tausend 879 Lira an Ausgängen.
Im KOM-Bericht wurde bei einem der Unternehmen, das den Verkauf von Produkten wie Damentaschen und Schuhen angab, eine Diskrepanz zwischen der Steuerbemessungsgrundlage der letzten drei Jahre und den Bankkontobewegungen festgestellt. Es wurde empfohlen, dass das Unternehmen einer gesonderten Steuerprüfung durch Sachverständige unterzogen werden sollte.
BETONUNG DES FINANZIELLEN PROFILS IM BERICHT
Im Fazit wurde betont, dass für einen Großteil der hohen Geldbeträge, die auf Sarıkayas Konten ein- und ausgingen, keine ausreichenden Transaktionsbeschreibungen vorlagen. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass der festgestellte Geldfluss nicht mit dem finanziellen Profil und der journalistischen Tätigkeit von Sarıkaya vereinbar sei.
Gleichzeitig wurde im Bericht vermerkt, dass es sich bei der Untersuchung um eine Analyse auf Basis der von der MASAK bereitgestellten Rohdaten handele; ein endgültiges Ergebnis könne erst durch eine bankfachliche oder finanzielle Sachverständigenprüfung erzielt werden.