Ermittlungsschock für Müjdat Gezen wegen Programm vor einem Jahr

Der 82-jährige Meisterkünstler wurde wegen seiner Äußerungen in einem YouTube-Programm mit der Journalistin Ayşenur Arslan unter dem Vorwurf der „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit“ zur Aussage vorgeladen.

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Der Meisterkünstler Müjdat Gezen wurde wegen eines YouTube-Programms, das er vor einem Jahr gemeinsam mit der Journalistin Ayşenur Arslan produziert hatte, einer Untersuchung unterzogen. Die Äußerungen, die Gezen in dem etwa 12-minütigen Programm mit dem Titel „Bizim Ev“ (Unser Haus) tätigte, wurden von der Staatsanwaltschaft unter dem Vorwurf der „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit“ geprüft.

„DEINE MUTTER IST SICHER DEINE MUTTER, ABER DEIN VATER IST VIELLEICHT DEIN VATER“

Ausgangspunkt der Untersuchung waren die folgenden Worte, die Gezen in dem Programm äußerte:

Bei Muslimen wird der Verstorbene mit dem Namen seiner Mutter beigesetzt. Denn in Anatolien gibt es ein Sprichwort: Deine Mutter ist sicher deine Mutter, aber dein Vater ist vielleicht dein Vater.

Nach diesen Worten wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Gezen eingeleitet und er wurde aufgefordert, bei der Istanbuler Polizeidirektion eine Aussage zu machen.

AUSSAGE BEI DER ISTANBULER POLIZEI ABGEGEBEN

Der 82-jährige Künstler begab sich zur Istanbuler Polizeidirektion in der Fatih Vatan Caddesi, um seine Aussage zu machen. Gezen erklärte in seiner Aussage, dass seine Worte verzerrt worden seien und sein eigentliches Ziel darin bestanden habe, auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

„ICH STEHE AUF DER SEITE DER FRAU“

In seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft äußerte sich Gezen wie folgt:

''Es gibt ein Wort unseres Propheten Mohammed. Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter. Im System unserer Gesellschaft werden Frauen immer an den Rand gedrängt, immer zurückgestoßen. Deshalb stehe ich auf der Seite der Frau. Ich möchte, dass Frauen in dieser Gesellschaft aktiver und produktiver sind. Selbst im Parlament sollten derzeit mindestens 250 weibliche Abgeordnete sitzen. Mit diesen Sätzen habe ich auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft aufmerksam gemacht.''