Erste Stellungnahme von Akın Gürlek nach der Entscheidung zur unbefristeten Unterhaltszahlung
Das Verfassungsgericht hat die Regelung, die eine unbefristete Unterhaltszahlung nach einer Scheidung vorsieht, mit Stimmenmehrheit aufgehoben. Nach der Entscheidung kündigte Justizminister Akın Gürlek an, dass eine neue gesetzliche Regelung dem türkischen Parlament (TBMM) zur Prüfung vorgelegt werde.
12punto
Das Verfassungsgericht (AYM) hat die Bestimmung aufgehoben, die eine unbefristete Unterhaltszahlung nach einer Scheidung regelt. Die Entscheidung wurde vom Plenum des Verfassungsgerichts auf Antrag des 12. Familiengerichts von Antalya geprüft.
Das Plenum untersuchte die Regelung in Artikel 175 des türkischen Zivilgesetzbuches Nr. 4721, die es ermöglicht, Unterhaltszahlungen bei Bedürftigkeit unbefristet festzulegen, und entschied mit Stimmenmehrheit, die Bestimmung aufzuheben. Das Gericht räumte dem Parlament eine Frist von 9 Monaten ein, um eine neue gesetzliche Regelung zu treffen.
STELLUNGNAHME VON MINISTER GÜRLEK
Nach der Entscheidung äußerte sich Justizminister Akın Gürlek über seinen Social-Media-Account.
Gürlek erklärte in seiner Stellungnahme Folgendes:
"Der Aufbau eines ausgewogenen und fairen Modells, das sowohl die Rechte der Parteien in Scheidungsprozessen schützt als auch den sozialen Frieden und das Ansehen der Institution Familie nicht beeinträchtigt, gehörte zu unseren vorrangigen Tagesordnungspunkten.
Im Einklang mit den intensiven Forderungen unserer Bürger und den praktischen Erfahrungen vor Ort bildete dieses Thema bereits einen der zentralen Schwerpunkte des Justizpakets, zu dessen Vorbereitungen wir sorgfältig beigetragen haben.
In diesem Rahmen bewerten wir die Aufhebungsentscheidung des Verfassungsgerichts bezüglich der Regelung zur 'unbefristeten Unterhaltszahlung' im türkischen Zivilgesetzbuch als äußerst wertvoll im Namen der Prinzipien von Gerechtigkeit und Billigkeit.
Unter Berücksichtigung der vom Verfassungsgericht eingeräumten gesetzlichen Frist werden wir unserem hohen Parlament eine neue gesetzliche Regelung vorlegen, die einer Partei keine lebenslange, ungerechte Verpflichtung auferlegt und der Billigkeit entspricht.
Unter der Führung unseres Präsidenten, Herrn Recep Tayyip Erdoğan, werden wir unsere Reformschritte entschlossen fortsetzen, um das 'Jahrhundert der Türkei' zu einem Jahrhundert der Gerechtigkeit und des sozialen Friedens zu machen."