Erste Stellungnahme von İlber Ortaylı zur Hochzeitsfeier: „Unverdaulichkeit“

Berna Osmanoğlu, die Urenkelin von Sultan Abdülhamid II. in vierter Generation, hat kürzlich in Beykoz geheiratet. İlber Ortaylı, der für seine Anwesenheit bei der Hochzeit kritisiert wurde, äußerte sein Unbehagen in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account.

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Berna Osmanoğlu, eine der in der Türkei lebenden Nachfahren der osmanischen Dynastie, hat bei einer in Istanbul abgehaltenen Zeremonie geheiratet. 

An der Zeremonie, die in der Sozialen Einrichtung der Stadtverwaltung Istanbul in Beykoz stattfand, nahmen neben den Eltern, Verwandten und engen Freunden des Paares auch prominente Persönlichkeiten teil. Während die Rede des ehemaligen Refah-Partei-Abgeordneten Şevki Yılmaz, die sich gegen Atatürk richtete, für Aufsehen sorgte, wurde İlber Ortaylı, der unter den Gästen war, dafür kritisiert, dass er auf die Vorfälle nicht reagierte.

Nach den Reaktionen meldete sich Ortaylı über seinen Social-Media-Account zu Wort. İlber Ortaylı äußerte sich wie folgt:

„Ich habe an der in der heutigen Presse erwähnten Einladung anlässlich einer Hochzeit teilgenommen. Ich mische mich weder ein, wer eingeladen wird, noch kenne ich die Personen, die am Tisch saßen.

Es ist mir nicht möglich, die unangebrachten Äußerungen eines ehemaligen Abgeordneten während der Hochzeitszeremonie zu billigen. Ich habe mein Unbehagen zum Ausdruck gebracht, als ich an der Reihe war. Das sind Worte, die Menschen ohne Geschichtsbewusstsein in einer Kneipenecke würdig sind. 

Es ist eine offene Feindseligkeit gegenüber Atatürk, eine Unverdaulichkeit. Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, dass hinter diesen Aktivitäten von Scharfmachern, die sich mit Atatürk, der Republik und den Befehlshabern des Unabhängigkeitskrieges anlegen, ein historisches Interesse oder gar eine Ideologie steckt; die Beweggründe sind andere. 

Sich mit den Institutionen und Größen der türkischen Geschichte anzulegen, also mit einem destruktiven Nationalismus aufzutreten, ist ein Phänomen, das uns und einigen anderen Gesellschaften eigen ist. Wenn heute jemand in diesem Land seine Meinung frei äußern kann, dann dank Atatürk und seinen Waffenbrüdern. 

Wenn man die Türkei mit den umliegenden Staaten vergleicht, sieht man, welch großartige Arbeit diejenigen geleistet haben, die uns dieses Vaterland unter der Führung Atatürks anvertraut haben. Es ist unsere Pflicht, die Republik aufrechtzuerhalten und zu schützen. Wenn wir sie nicht aufrechterhalten, wenn wir sie zerstören, sollte man endlich verstehen, dass wir keinen anderen Ort haben, an den wir gehen könnten.