Europäische Universitäten versammeln sich in Istanbul für eine 'Kraftbündelung'
Die Jahreskonferenz der European University Association (EUA), die rund 900 Universitäten in Europa vertritt und als eine der wichtigsten Plattformen für die Gestaltung strategischer Entscheidungen im Hochschulwesen gilt, fand zum ersten Mal in ihrer Geschichte in der Türkei statt.
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Im Rahmen der Konferenz, die dieses Jahr zum 29. Mal unter der Schirmherrschaft der Yeditepe-Universität ausgerichtet wurde, kamen rund 500 Teilnehmer, darunter Rektoren, Universitätsverwalter, politische Entscheidungsträger und Experten aus 260 Institutionen in 41 Ländern, in Istanbul zusammen.
Prof. Dr. Garrell: Vielfalt und Pluralismus sind Teil der Identität der EUA
EUA-Präsident Prof. Dr. Josep Maria Garrell, der bei der Eröffnung der Konferenz sprach, die unter dem Hauptthema „Zusammenarbeit zwischen Universitäten in sich wandelnden Kontexten“ stand, wies darauf hin, dass Teilnehmer aus 41 verschiedenen Ländern anwesend seien, und sagte: „Diese unterschiedlichen Perspektiven werden einen großen Beitrag dazu leisten, unsere Diskussionen in den kommenden zwei Tagen zu lenken und zu bereichern. Vielfalt und Pluralismus sind Teil der Identität der EUA als Organisation.“
„Zusammenarbeit ist ein Thema im Herzen der Universitäten“
„Dieses Jahr werden wir ein Thema behandeln, das genau im Zentrum der Existenz von Universitäten steht: Zusammenarbeit“, sagte Prof. Dr. Garrell und fuhr wie folgt fort:
„Die Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Sektoren und über Grenzen hinweg in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation ist ein untrennbarer Bestandteil der Aktivitäten von Universitäten. Daher werden wir während der Konferenz die Zusammenarbeit zwischen Institutionen sowie Partnerschaften mit dem öffentlichen Sektor, der Industrie und anderen Interessengruppen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene erörtern. Wir werden auch die innovativen Methoden und Instrumente untersuchen, die Universitäten nutzen, um diese Partnerschaften zu entwickeln und nachhaltig zu gestalten.“
Prof. Dr. Durman: Zusammenarbeit zwischen Universitäten ist unverzichtbar
Der Rektor der Yeditepe-Universität, Prof. Dr. Mehmet Durman, erklärte, dass es äußerst bedeutsam sei, diese Konferenz in Istanbul abzuhalten, das mit seiner 6.000-jährigen Geschichte ein Treffpunkt von Zivilisationen, Kulturen und Denktraditionen ist, und sagte: „Heute übernehmen auch Universitäten eine ähnliche Mission: Menschen, Disziplinen, Institutionen und Ideen über Grenzen hinweg zusammenzubringen; Vielfalt in eine Quelle der Stärke, Kreativität und des gemeinsamen Fortschritts zu verwandeln.“
Prof. Dr. Mehmet Durman erklärte, dass sich das Hochschulwesen in einem tiefgreifenden Transformationsprozess befinde, und hielt fest:
„Digitalisierung, künstliche Intelligenz, sich ändernde Qualifikationsanforderungen, globale Unsicherheiten und komplexe gesellschaftliche Probleme gestalten nicht nur neu, was Universitäten tun, sondern auch, wie sie ihre Beziehungen zur Gesellschaft, zum Wissen und zueinander positionieren. In einem solchen Umfeld ist die Zusammenarbeit zwischen Universitäten nicht mehr nur nützlich, sondern unverzichtbar. Je aufrichtiger und strategischer wir zusammenarbeiten, desto mehr wird unsere Kapazität wachsen, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.“
Kritische Themen von Bildung bis zur digitalen Transformation
Die zweitägige Konferenz brachte Themen auf die Tagesordnung, die nicht nur Universitäten, sondern auch Bildungspolitik, die Zukunft junger Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder betreffen. Auf der Konferenz wurde umfassend erörtert, welchen Fahrplan europäische Universitäten in den kommenden Jahren verfolgen werden, in welchen Bereichen sie gemeinsam handeln werden und wie sie sich an die sich ändernden Weltbedingungen anpassen werden.
Auf der Konferenz, bei der Sitzungen zu kritischen Themen von Bildung bis zur digitalen Transformation abgehalten wurden, wurden die Zukunft von Bildungsprogrammen, gemeinsame Projekte in Forschung und Innovation, Kooperationen zwischen Universität und Industrie sowie die sich ändernden Erwartungen junger Menschen detailliert bewertet. Wie Universitäten stärkere Kooperationen untereinander, mit öffentlichen Einrichtungen und dem Privatsektor aufbauen können sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf Bildung und Forschung und wie sich Universitäten an diesen Prozess anpassen können, gehörten ebenfalls zu den hervorgehobenen Themen.
Hochschulstrategie der EU auf der Tagesordnung
Auf der Konferenz wurden zudem neue Finanzierungs- und Unterstützungsprogramme der Europäischen Union für das Hochschulwesen sowie Themen wie gesellschaftliches Vertrauen umfassend behandelt. Die Rolle, die Universitäten bei globalen Fragen wie Nachhaltigkeit, Klimakrise und gesellschaftlichem Wandel übernehmen werden, gehörte ebenfalls zu den wichtigen Tagesordnungspunkten der Konferenz.